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Wissenstransfer zwischen Studium und Praxis

Verbesserung der Patient*innenversorgung durch europaweiten interprofessionellen Austausch

Wissenstransfer zwischen Studium und Praxis
Das Kick-off-Meeting zum Projekt INPRO fand Mitte Februar statt.

Gerade in den Gesundheits- und Sozialberufen besteht am Ende der tertiären Ausbildung gelegentlich eine Diskrepanz zwischen den bereits erworbenen und jenen in der Praxis erforderlichen Kompetenzen.

Hier setzt das Projekt INPRO an: Gemeinsam mit Hochschul- und Praxispartnern aus den Niederlanden, Belgien und Finnland erforscht die FH St. Pölten, wie durch interprofessionelle und personenzentrierte Kommunikation die Versorgung von Patient*innen in der Praxis verbessert werden kann.

Modulreihe entsteht

Um den Übergang von der Hochschulbildung in die Praxis zu unterstützen, arbeiten in den kommenden drei Jahren Rehabilitationszentren und Hochschulen regional und europaweit eng zusammen.

Gemeinsam soll eine Modulreihe von Grundlagen bis hin zu fortgeschrittenen Kompetenzen interprofessioneller und personenzentrierter Zusammenarbeit entstehen. Als verbindendes Denkschema dient die Internationale Klassifikation der WHO für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF).

Ansätze werden in der Praxis erprobt

Besonderer Fokus liegt auf dem Erfahrungsaustausch zwischen Praktiker*innen, Lehrenden, Studierenden und Klient*innen. Über regionale Projekte sowohl in der Bildung als auch in der Rehabilitationspraxis werden praxisnahe Ansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und europaweiten Anwendbarkeit erprobt.

Dabei sollen sowohl ein in die Berufspraxis übergreifendes Lehrkonzept, als auch Richtlinien für die Einrichtung und den Betrieb einer von Studierenden geführten interprofessionellen Lernstation in einem Rehabilitationszentrum entwickelt werden.

Ziel des Projekts ist außerdem die Erstellung von (Bewertungs-)Instrumenten zur Ausbildung interprofessioneller Fähigkeiten.

„Im Projekt INPRO fragen wir zukünftige Klient*innen und Arbeitgeber*innen, welche kollaborativen Kompetenzen unsere FH-Absolvent*innen benötigen. Daraus erstellen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartner*innen die Lehrkonzepte und Modulreihen“, erklärt FH-Dozentin Anita Kidritsch, die das Projekt an der FH St. Pölten koordiniert.

„Wir teilen in diesem Projekt über 40 Jahre Erfahrung“, ergänzt Viktoria Magenschab vom Kooperationspartner Moorheilbad Harbach.

Alle Ergebnisse des Projekts sollen im Anschluss veröffentlicht und für die Umsetzung in der tertiären Bildung und in der Praxis des Gesundheitswesens zur Verfügung gestellt werden.

Partnerschaft von Niederlanden, Belgien, Finnland und Österreich

Im Projekt wird das Wissen an der FH St. Pölten mit dem der Partnerhochschulen HANZE Groningen (NL), Artesis Plantijn Hogeschool Antwerpen (BE) und JAMK University of Applied Sciences (FI) gebündelt. Weiters beteiligt sind die Praxispartner Moorheilbad Harbach (ARGE Beste Gesundheit, AT), das Rehabilitationszentrum Revalidatie Friesland (NL) und Coronaria Healthcare and Rehabilitation Services (FI).

Die Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung des Projekts wird durch die externen Partner ENPHE, EIPEN, EFAD, COHEHRE, IPCIHC („Interprofessional Collaboration In Health Care“) aus Belgien, den niederösterreichische Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), die finnische Patient*innenvertretung von Menschen mit Behinderung und den niederländischen Gesundheitsmanager Klaus Boonstra unterstützt. Das Projekt wird konfinanziert durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union.

INPRO ist eines von insgesamt 6 Erasmus-Projekten, in denen die Fachhochschule St. Pölten aktuell forscht.