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Brückenkurse machen fit für Technik-Studium

Studieren ohne ausreichende technische Vorkenntnisse? Brückenkurse sollen Wissenslücken schließen – mit Erfolg, wie eine Evaluierung zeigt

Brückenkurse machen fit für Technik-Studium
Brückenkurse machen fit fürs Technik-Studium
Copyright: Martin Lifka Photography

Kommenden Herbst heißt es wieder für zahlreiche Studienanfänger*innen, sich nicht nur in den Studienalltag und neue Gegebenheiten einzufinden, sondern auch mit Herausforderungen – inhaltlicher und technischer Natur – zurechtzukommen.

Brückenkurse sollen dabei helfen, den Einstieg ins Studium zu erleichtern und den Wissensstand von Studienanfänger*innen auf ein einheitliches Niveau zu bringen. Auch unsere Fachhochschule bietet Brückenkurse für unsere technischen Studiengänge an; dieses Angebot haben wir vor kurzem evaluiert und mit Freude festgestellt, dass unsere Maßnahmen Wirkung zeigen.

Erfolgs-Check: Brückenkurse greifen

Gerade in den technischen Studiengängen, wie beispielsweise IT Security oder Smart Engineering, zeigt sich, dass Studienanfänger*innen mit einem ganz unterschiedlichen Wissensstand zu studieren beginnen und Wissens- und Erinnerungslücken den Einstieg für manche erschweren. Diese gilt es mit unserem freiwilligen und kostenlosen Angebot an Brückenkursen in Programmieren und Mathematik zu schließen.

Im Rahmen der Creative Coding School haben sich Kerstin Blumenstein, Klaus Temper, Alexandra Tulla und Maximilian Erwand-Wollner die Brückenkurse und den Fortschritt des Kompetenzerwerbs in Programmieren genauer angesehen.

Die Ergebnisse sind erfreulich. "Unsere Maßnahmen, um die Scheu vor einem Technik-Studium zu nehmen und damit auch mehr Frauen für Technik zu motivieren, zeigen Wirkung", so Blumenstein, FH-Dozentin im Department Medien und Digitale Technologien. "Unabhängig von Vorwissen und besuchtem Schultyp befinden sich die Studierenden nach einem Semester alle auf einem ähnlichen Wissensstand."

Fit für technische Studiengänge

Eine Längsschnittuntersuchung von August 2019 bis Mai 2020 (mit drei Messzeitpunkten) konnte zeigen, dass Brückenkurs-Teilnehmer*innen eine stärkere Kompetenzentwicklung im Beobachtungszeitraum des ersten Semesters aufweisen als jene Studienanfänger*innen, die an keinem Brückenkurs teilgenommen haben.

"Brückenkurs-Teilnehmer*innen starten zwar mit geringeren Programmierkenntnissen ins Studium, holen aber innerhalb eines Semesters deutlich auf und nähern sich dem Programmierniveau jener an, die ihr Studium von vornherein mit guten Programmierkenntnissen begonnen haben", erklärt Temper, Leiter des Labor Services. Signifikante Unterschiede in der Selbsteinschätzung der Programmierkenntnisse lägen für Geschlecht und zuvor besuchten Schultyp (HTL, AHS, HLW, HAK, BRP) vor, allerdings nur für den Kenntnisstand zu Studienbeginn. Am Ende des ersten Semesters ließen sich diese Effekte nicht mehr nachweisen.

Die Zusammensetzung der Brückenkurs-Teilnehmer*innen zeigt insbesondere, dass verstärkt Frauen und AHS-Absolvent*innen die Brückenkurse nachfragen und davon profitieren. Beide Zielgruppen können auf diesem Weg auch ohne facheinschlägige Vorkenntnisse für technische Studiengänge fit gemacht werden.

Sie interessieren sich für unsere Brückenkurse?