Clearing durch Leitsstelle? Redelsteiner in Hessen

Christoph Redelsteiner in Hohenroda

Christoph Redelsteiner nahm am 10. und 11. November 2016 als Vortragender am 16. Rettungsdienstsymposium des DRK-Landesverbandes Hessen e.V. teil.

Menschen, die den Rettungsnotruf 144 wählen, leiden nicht immer an medizinischen Problemen. Häufig liegen die Schwierigkeiten in der Einsamkeit der Betroffenen oder im Fehlen eines funktionierenden sozialen Netzwerkes. FH-Professor Christoph Redelsteiner beschäftigte sich in seinem Vortrag im hessischen Hohenroda mit der Frage, wie mit diesem Problem am besten umzugehen ist.

Eine Lösung wäre, die Rettungsleitstelle als Clearingstelle einzusetzen. Hier würden zuerst die Anliegen der AnruferInnen abgefragt. Danach würden die Betroffenen an eine geeignete Stelle weitervermittelt. "Diese Arbeit umfasst insbesondere kommunikative, interaktive, analytische und beratende Methoden", so Redelsteiner. "Voraussetzung ist, dass die AnruferInnen fähig und bereit sind, zu kommunizieren und Informationen aufzunehmen."

Niederschwellige und zielgenaue Hilfe

Redelsteiners Vorschlag sieht eine umfassende Beratung der Betroffenen vor. Nach einer Erhebung einer Anamnese wird demnach ein Plan über die weitere Vorgehensweise vereinbart. Die Rettungsleitstelle bietet so niedrigschwellige Hilfeleistungen an, die zu maßgeschneiderten Lösungen für Menschen in sozial oder psychisch begründeten Problemlagen führen. Redelsteiner: "Ein Pilotprojekt an der FH St. Pölten arbeitet bereits heute daran, Verweisungen zu Einrichtungen der Sozialen Arbeit, etwa zu Obdachloseneinrichtungen oder psychosozialen Hotlines, zu erarbeiten."

Christoph Redelsteiner ist Dozent am Department Soziales. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Koordination von Sozial und Gesundheitsberufen in der präklinischen Versorgung.

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