Der neue Transfermarkt

Katja Barbara Bär leitet den Bereich Kommunikation und Fundraising an der Universität Mannheim

Hochschulen kooperieren täglich und in zahlreichen Formen in Netzwerken: sei es innerakademisch in transdisziplinären, nationalen und internationalen Kooperationen oder mit externen Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Insbesondere das Engagement in externen Netzwerken ist eine neuere Entwicklung der letzten zwanzig Jahre, und mit Stichwörtern wie Joint Labs, Campus Community Partnerships, Citizen-Science-Projekte, Service Learning oder Third Mission versehen.

Die Formen der Netzwerke und ihre Namen sind mannigfaltig – gemein ist ihnen jedoch der zugrundeliegende Gedanke des Wissenschaftstransfers. Dabei zeigt sich, dass auch der Transferbegriff gerade einem Wandel unterliegt: Zunächst bewegt sich das Verständnis weg von der Vorstellung einer Schnittstelle, aus der lediglich das Wissen aus der Hochschule in die Wirtschaft weitergegeben wird und deren Erfolg in der Zahl von Patenten gemessen werden kann. Mit den neueren Netzwerken ist ein Transferbegriff entstanden, der jegliche Form von ExpertInnen-Laien-Kommunikation umfasst. Zudem steht in den jüngeren Kooperationen der wechselseitige Austausch im Vordergrund: Das Wissen fließt nicht mehr nur unidirektional aus der Hochschule an die EmpfängerInnen, sondern die gemeinsame Erarbeitung von Forschungsdesigns und Lehrformaten setzt sich zunehmend durch.

Neue Impulse für Lehre und Forschung

Richtig betrieben, bringt das „Netzwerken“ den Hochschulen neue Impulse für Lehre und Forschung. Es steigert die Reputation, kann Synergieeffekte fördern und im besten Fall sogar neue Ressourcen schaffen. Im deutschsprachigen Raum werden viele dieser Prozesse indes noch nicht hinlänglich strategisch betrieben, um die Effekte auch voll ausschöpfen zu können. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird es daher sein, zentrale Netzwerk- und Transferstrategien zu entwickeln, die von der Vision bis zur Evaluation und Kommunikation durchdacht sind. Nur so lassen sich die Ergebnisse der Netzwerke objektiv messen und der Mehrwert für alle Seiten garantieren.

Katja Barbara Bär leitet den Bereich Kommunikation und Fundraising an der Universität Mannheim, wo dieses Jahr die Konferenz von EUPRIO – einem Netzwerk von Kommunikatorinnen und Kommunikatoren im europäischen Hochschulbereich, dem auch die FH St. Pölten angehört – stattfand. Das Thema der diesjährigen Konferenz lautete „Networking for a better future: Universities, cities, companies and regions“.

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