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Mama Regina kämpft gegen Genitalverstümmelung in Tansania

Auf Einladung des Bachelor Studiengangs Soziale Arbeit präsentierte Regina Mukama ihr Projekt gegen Genitalverstümmelung an der FH St. Pölten.

Regina Andrea Mukama, genannt Mama Regina, ist eine starke Frau. Mit jungen Jahren starb ihr Mann und hinterließ sie allein mit sechs Kindern. Als ihr unmittelbar nach den Trauerfeierlichkeiten ihr neuer Ehemann vorgestellt wurde, beschloss Mama Regina, ihr Dorf zu verlassen. Dort gründete sie eine Selbsthilfegruppe für Witwen. Heute ist sie Frauenbeauftragte der Diözese Musoma und Projektleiterin des Programmes „Women in Development“.

Sie betreibt ein Projekt gegen Genitalverstümmelung (FGM). Die Umgestaltung weiblicher Geschlechtsorgane mittels Rasierklingen oder Glasscherben ist nach wie vor ein weit verbreitetes Ideal in Tansania. Das herrschende Verbot der FGM wird weitgehend missachtet, das Thema ist stark tabuisiert. Das Projekt "Stop FGM" arbeitet daran, diese Tabus zu brechen und Mädchen die Möglichkeit zu geben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dafür ist die körperliche Unversehrtheit entscheidend.

Camp für Frauen

"Beschneidung ist schmerzvoll und verursacht Nebeneffekte. Sie bringt Armut mit sich," so Mama Regina. Sie und ihre MitarbeiterInnen betreiben das Camp Jepe moyo, in dem hunderte junger Frauen in geschützter Atmosphäre eine Ausbildung erhalten um nach einigen Jahren ein unabhängiges Leben führen zu können und der Abhängigkeit der traditionellen Gesellschaft zu entkommen.

Ihre Kampagne hat das Ziel, das Thema zu enttabuisieren. Gesprächsgruppen, Musik und Plakate sind einige ihrer Mittel. Junge Menschen arbeiten direkt mit Mädchen, um sie zu beraten und ihnen in ihrer schwierigen Lebenslage zu helfen.

Schlüssel zur Änderung der Gesellschaft

Mama Regina sieht den Kampf gegen FGM als einen wichtigen Teil einer Selbstermächtigung von Frauen, die in den traditionellen Gesellschaften Tansanias in vollständiger Abhängigkeit von Männern leben. Ihre Arbeit wird von Missio, den Päpstlichen Missionswerken unterstützt.

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