Per Boot zum Praktikum

Exotischer Arbeitsplatz: Marco Minic vor dem Sirirac Hospital in Bangkok

Physiotherapie-Student Marco Minic absolvierte ein Praktikum im Siriraj Hospital in Bangkok.

Mit über 2.000 Betten und mehr als einer Million Patientinnen und Patienten im Jahr gehört das Siriraj Hospital in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zu einem der größten und modernsten Krankenhäuser in Südostasien. Sogar der einstige König Bhumibol Adulyadej ließ sich regelmäßig dort behandeln.

Für Marco Minic war das Siriraj Hospital drei Monate lang der Arbeitsplatz: Der Student im Bachelor Studiengang Physiotherapie an der FH St. Pölten absolvierte ein Auslandspraktikum in Bangkok.

„Es wurde im Vorfeld vereinbart, dass ich in erster Linie ‚hands-off‘ arbeiten und viel zusehen werden, vor Ort bekam ich dann allerdings gleich am ersten Tag bereits Patientinnen und Patienten zugeteilt, die ich gemeinsam mit anderen Physiotherapeutinnen und -therapeuten im Team behandeln durfte“, berichtet der 27-Jährige von seinem Praktikumseinstieg.

Dabei lernte er nicht nur fachlich so einiges, sondern konnte sich vor allem im Bereich der PatientInnenkommunikation weiterentwickeln. „Befundungen, Instruktionen und Gespräche in einer Fremdsprache zu führen, die man kaum beherrscht, verlangt viel Kreativität und auch Einführungsvermögen“, so Minic.

Besonders prägend waren für den FH-Studenten auch die regelmäßigen Abteilungswechsel – beinahe wöchentlich lernte er eine neue Abteilung samt Team kennen und musste sich möglichst schnell auf die neuen Anforderungen einstellen. „Das war sehr herausfordernd für mich, aber gleichzeitig unglaublich spannend und lehrreich“, so Minic.

Exotische Gäste und Sieben-Tage-Woche

Bei seiner Tätigkeit als Physiotherapeut fielen dem FH-Studenten besonders die Unterschiede bei den Krankheitsbildern auf. „In Thailand habe ich sehr viele Patientinnen und Patienten nach Motorradunfällen behandelt. Da die Menschen dort kaum Helme tragen, sind die Verletzungen meist viel schlimmer.“

Auch in anderer Hinsicht war das Praktikum in Thailand für Marco Minic ein Kontrastprogramm: Warane am Spitalsgelände waren keine Seltenheit, Sieben-Tage-Wochen für die dortigen Angestellten die Normalität. In die Arbeit ging es für den Studenten nicht etwa per Bus oder Bahn, sondern mit dem Longtailboot entlang des Chao Phraya River.

Tropische Geschenke

Seine Kolleginnen und Kollegen lernte der Österreicher als sehr hilfsbereit und freundlich kennen – wenn auch recht schüchtern. „Thais sind anfangs sehr zurückhaltend, was den Start manchmal recht schwierig machte. Sobald man aber ein Gespräch beginnt, schmilzt das Eis und die Menschen werden offener“, berichtet Minic. „Meine Kolleginnen und Kollegen waren sehr aufmerksam und herzlich. Ich habe beispielsweise einmal erwähnt, dass mir eine bestimmte Frucht gut schmeckt – und am nächsten Tag bekam ich kiloweise tropisches Obst geschenkt.“

Seine Freizeit nutzte der Physiotherapie-Student dafür, das Land und die Kultur näher kennenzulernen. „Ich war viel unterwegs und bin im Land herumgereist. Besonders genossen habe ich die thailändische Küche mit den unzähligen kleinen Garküchen auf den Straßen.“

 

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