Open Networking

Master Studiengang Information Security

Dipl.-Ing. Daniel Mestan, BSc

Betreuer: Dipl.-Ing. Dipl.-Ing. Christoph Lang-Muhr, BSc

Ausgangslage

Schon lange sind Bare-Metal-Server ein fixer Bestandteil von Rechenzentren. Diese Technologie hat sich dank der Vorteile, die durch die Trennung der Hardware und Software und damit der freien Wahl des Betriebssystems möglich sind, im Server-Bereich etabliert. Bei Netzwerkkomponenten fehlte diese Möglichkeit und es kamen bisher ausschließlich proprietäre Systeme aus gebündelter Hardware und Software zum Einsatz, wodurch es eine Abhängigkeit von einzelnen Herstellern gab. Open Networking portiert diese etablierte Technologie und ihre Vorteile in die Welt der Netzwerkinfrastruktur.

Ziel

Die Möglichkeit, offene Systeme im Netzwerk einzusetzen, ist noch relativ neu und findet zurzeit fast ausschließlich bei großen IT-Unternehmen Anwendung. Durch diese Arbeit wird unter anderem geklärt, welche Auswirkungen der Betrieb von Open Networking auf das Netzwerk-Management hat. Außerdem wird mithilfe von Testszenarien der Einsatz solcher Systeme in Produktionssystemen und Rechenzentren simuliert und bewertet.

Ergebnis

Durch den Einsatz von Open Networking wird das Netzwerk-Management, dank der Verwendung von Linux als Basis der Betriebssysteme, stark vereinfacht und standardisiert. Auch auf Systeme von Herstellern proprietärer Systeme hat diese Entwicklung Auswirkungen, da diese die Schnittstellen ihrer Systeme teilweise öffnen. Neben großen IT-Unternehmen wie Google und Microsoft gibt es auch in Österreich bereits einzelne Unternehmen, welche das Potential hinter dieser Technologie erkannt haben und auf solche Systeme setzen. Um alle Vorteile von Open Networking auszunützen, sind jedoch DevOps- und Programmier-Kenntnisse erforderlich. Wenn diese Anforderungen erfüllt sind, können Unternehmen durch die Vorteile von Open Networking stark profitieren.

Ausblick

Auch wenn Open Networking noch nicht überall zum Einsatz kommt, wird sich diese Technologie in den nächsten Jahren weiter etablieren. Die EntwicklerInnen der offenen Betriebssysteme schlagen jedoch bereits neue Wege ein, da viele Unternehmen den Wunsch äußern, ihre oft aus Komponenten verschiedener Hersteller bestehende Cloud-Infrastruktur zentral zu steuern. Software-Agents, wie die Open-Source-Eigenentwicklungen von Facebook (FBOSS) und Microsoft (SONiC), zeigen die Möglichkeiten von „Open Networking 2.0“, wodurch es in Zukunft möglich sein wird, alle Arten von Netzwerkkomponenten zentral zu steuern. Voraussetzung dafür ist aber, dass Hersteller von proprietären Systemen ihre Systeme für diese Zwecke zumindest teilweise öffnen.