Strafverfolgung von Cybercrime Delikten. Rechtliche Grundlagen, Technologien und Ermittlungen

Master Studiengang Information Security

Dipl.-Ing. Christina Schindlauer, BSc (Jg. 2014/2016)

Betreuer: FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Paul Tavolato

Ausgangslage

Durch die Technisierung und Digitalisierung sehr vieler Lebensbereiche haben nicht nur die technischen Möglichkeiten im Allgemeinen zugenommen, sondern es hat auch die Schattenwirtschaft (Underground Economy, Darknet etc.) durch diesen rapiden Fortschritt profitiert. Kriminalität im Internet konnte im letzten Jahrzehnt rasant expandieren und passt sich extrem schnell den wechselnden Rahmenbedingungen an. Bei den Täterinnen und Tätern handelt es sich häufig um kriminelle Organisationen, die aus global verteilten, ständig wechselnden, jedoch gut organisierten Mitgliedern bestehen. Jede/r Täter/in bietet dabei als Dienstleistung das an, was er/sie am besten kann (Crime-as-a-Service). Diese Entwicklung stellt die Strafverfolgung vor die große Herausforderung, zeitnah und über territoriale und politische Grenzen hinweg an der Aufklärung derartiger Fälle zu arbeiten.

Ziel

Mit dieser Arbeit sollen die Möglichkeiten strafrechtlicher Cybercrime-Ermittlungen in Österreich auf Ebene der Polizei vorgestellt werden. Internetkriminalität im Vermögensbereich wird auf Basis der zugrundeliegenden gesetzlichen Bestimmungen, den EU-Richtlinien und Kooperationsabkommen beleuchtet. Die Probleme bei der Bearbeitung von Cybercrime-Delikten sollen dargelegt und mögliche Ansätze beschrieben werden, um die Strafverfolgung in diesem Fachgebiet effizienter und zielführender zu gestalten.

Ergebnis

Es wird die derzeitige behördliche Struktur bei der Bearbeitung von Internetkriminalität im Vermögensbereich dargestellt und ein Einblick in die jeweiligen behördlichen Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche gegeben. Darauf aufbauend wird Einsicht in die Ermittlungsarbeit bei derartigen Strafrechtsdelikten gegeben und es werden die dafür zur Verfügung stehenden technischen Mittel erläutert. Um diese Strukturen praktisch vorzustellen, wird ein Beispiel eines Ermittlungsfalles, der im Jahr 2015 begonnen hat, präsentiert. Anhand dieser Informationen wird die Komplexität und Schwierigkeit der Bekämpfung grenzüberschreitender Strafverfolgung im Cybercrime-Bereich dargestellt.

Ausblick

Es ist für Strafverfolgungsbehörden notwendig, geeignete Maßnahmen umzusetzen, um jederzeit auf technisches Fach- und Spezialwissen zugreifen zu können. Gerade im schnelllebigen Cybercrime-Bereich sind schnelle Kommunikationswege, eine Normierung bei Analysen und kooperative, zielgerichtete Zusammenarbeit notwendig. Die internationale Zusammenarbeit muss gestärkt werden, um den Daten- und Informationsaustausch zu beschleunigen.