Healthcare, Data Protection and Blockchain

Bachelor Studiengang IT Security

Andreas Kolan, BSc

Betreuer: DI Peter Kieseberg

Ausgangslage

Heutzutage ist Bitcoin den meisten Menschen ein Begriff, sie assoziieren damit virtuelles Geld und sehen es als eine wertvolle Investitionsmöglichkeit. Nur wenige Menschen wissen genau, wie die zugrundeliegende Technologie der Blockchains funktioniert und welche anderen Anwendungsmöglichkeiten außer der Produktion von virtuellem Geld sie noch zu bieten hat. Eine dieser Anwendungsmöglichkeiten liegt im Gesundheitswesen. Im heutigen Gesundheitswesen werden täglich Terrabyte an Daten erstellt und verarbeitet, aber leider geschieht dies je nach Gesundheitsdienstanbietern, wie Ärzten, Spitälern oder Gesundheitsverbänden, unterschiedlich.

Jeder dieser Anbieter hat einen Teil der Gesundheitsgeschichte eines Patienten gespeichert. Somit ist die Gesundheitsgeschichte eines Patienten sehr stark fragmentiert und der Zugang zu diesen Daten erweist sich oft als sehr mühsam. Im österreichischen Gesundheitssystem gibt es die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA), die für jede Person in Österreich zu führen ist, solange er sich nicht dazu entscheidet, an ELGA nicht teilzunehmen.

ELGA versucht die generierten Daten in eine einheitliche Form zu bringen und dem Patienten sowie den Gesundheitsdienstanbietern zur Verfügung zu stellen. Da es sich bei Gesundheitsdaten um sehr persönliche, private Daten handelt, muss mit ihnen entsprechend der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), umgegangen werden. Diese Arbeit betrachtet diese drei Teilaspekte und erläutert ob der Einsatz von Blockchains das Gesundheitswesen bereichern kann oder nicht.

Ziele

Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu klären wie Blockchain Lösungen im medizinischen Sektor angewandt werden können, wo dies bereits geschieht und wo in dieser Richtung geforscht wird. Des Weiteren soll geklärt werden ob ein Einsatz im österreichischen Gesundheitswesen, unter Berücksichtigung der Datenschutzgrundverordnung und der Elektronischen Gesundheitsakte, rechtlich überhaupt möglich ist.

Ergebnis

Im Zuge dieser Arbeit wurde eine umfassende Übersicht über bereits angewandte und sich in Forschung befindliche Lösungen, zum Thema Blockchains im Gesundheitswesen, erstellt. Des Weiteren wurde die rechtliche Situation im österreichischen Gesundheitssystem, der Elektronischen Gesundheitsakte und der Datenschutzgrundverordnung, auf ihre Kompatibilität mit Blockchains analysiert. Aufgrund dieser Analysen konnte eine fundierte Aussage getroffen werden, ob der Einsatz von Blockchains im Gesundheitssystem in Österreich von Vorteil ist und ob es überhaupt Datenschutzrechtlich möglich ist, diese zum Einsatz zu bringen. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird abschließend ein Einsatz, wie er im Österreichischen Gesundheitssystem funktionieren kann, exemplarisch dargestellt.