Soziale Arbeit und die Abwertung der Anderen

#Studierenden-Projekt

Handlungskompetenzen Sozialer Arbeit in Begegnung mit Fanatisierung und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Handlungskompetenzen Sozialer Arbeit in Begegnung mit Fanatisierung und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Das letzte Eurobarometer 2015 fand deutliche Worte: „In keinem anderen europäischen Land ist die Bevölkerung in Bezug auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Lage in Europa derart pessimistisch wie in Österreich.“ Gepaart wird dies mit der Skepsis gegenüber Migration und sinkendem Zutrauen in Lösungskompetenzen der Politik. Es gibt kaum gesellschaftliche Gruppen in Österreich, die diese Themen nicht mehrheitlich negativ sehen. Die europaweite Studie „Die Abwertung der Anderen“ (Zick/Küpper/Hövermann 2011) weist nach, dass die europaweite Verbreitung und Verstärkung Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GBM) an genau diese Stimmungen anschließt. Gemeint sind mit GBM abwertende Einstellungen und Vorurteile gegenüber Gruppen, die als ‚anders‘, ‚fremd‘ oder ‚unnormal‘ definiert werden. Eng damit verbunden sind Grundhaltungen, die auf Recht und Ordnung sowie Disziplin setzen, Sozialdarwinismus und die Ablehnung von Diversität.

„Ausländer sind auch nur Menschen“, lautet oftmals der hilflose Versuch von Fachkräften Sozialer Arbeit KlientInnen zu begegnen, deren Weltbild und Selbsterklärungsmuster sich aus Elementen der GBM speisen. Es handelt sich dabei in der Regel nicht lediglich um falsche, korrigierbare Wissensbestände, sondern um zentrale Elemente der Identität, die überzeugende Orientierung, Zugehörigkeitsgefühle und Anerkennung bieten. Der professionelle Umgang endet im Verschweigen und damit dem Tabu. Gründe können nicht in mangelnden grundlegenden Fähigkeiten der Fachkräften gesucht werden, sondern in unzulänglichen Wissensbeständen um das richtige Handeln gegenüber Menschen, deren Identität sich aus GBM speist.