Sozialpädagogische Arbeit mit Familien im Alltag

#Masterlehrgang Sozialpädagogik (Weiterbildung)

Sozialpädagogische Arbeit mit Familien in verschiedenen Alltagsanforderungen

Die sozialpädagogische Arbeit mit Familiensystemen im Kontext des gesellschaftlichen Wandels ist per se eine Herausforderung für Familien und die beteiligten HelferInnensysteme. Nicht nur die sogenannten Multiproblemfamilien gelangen an die Grenzen der Belastbarkeiten und übersteigen diese. Alle Familiensysteme erleben vielfältige, auch strukturelle, Anforderungen, die sowohl herausfordernd als auch widersprüchlich sind und somit letztlich häufig nur unter großen Anstrengungen bewältigbar sind.

Der professionellen Arbeit der Sozialpädagogik geht es darum, Familien durch geeignete Interventionen zu begleiten und resignierende Systeme zu identifizieren, zu stützen und zu fördern. Gleichzeitig sollen aber auch, gesellschaftliche Bedingungen und Strukturen wahrgenommen und ggf. fachlich orientiert verändert werden.

Klassische Hilfesysteme erreichen nicht nur die sogenannten Multiproblemfamilien schwer oder gar nicht. Der gesellschaftlichen Kontext von Familien formiert sich neu, was dazu führt, "… dass vieles für Familien heute nicht mehr zusammenpasst, im gelebten Alltag nicht und – mindestens ebenso belastend – auch nicht im Verhältnis der Ansprüche an ein subjektiv gelungenes Familienleben unter Realisierbarkeit der Wunschvorstellungen vom eigenen Leben." (Rerrich, Maria S. in Jurczyk, Karin et al, Doing Familiy. 2014, S. 311)

Gleichzeitig entstehen in den HelferInnensystemen Dynamiken, die nicht selten Ihren Ursprung im eigenen biografischen Erleben, den eigenen Familienwirklichkeiten haben, welche sich auf die HelferInnenmotivation und -handlungsweisen unmittelbar auswirken.

"Eine systemische Forschung ist vom Anspruch her keine aufdeckende Forschung, sondern eine rekonstruierende Forschung. Ihre Zielrichtung ist nicht, die Dinge so zu beschreiben, wie diese "objektiv" gegeben sind, sondern die Wirkungen der Verschränkung von Perspektiven nachzuspüren." (Arnold, 2010 in Ochs/Schweitzer, 2012)

Der Ansatz der Systemischen Forschung dient in diesem Projekt dem Beschreiben, Aufzeigen und der Kreation von Lösungsansätzen. Die Möglichkeit einer internationalen Betrachtung (Schweiz, Deutschland, Niederlande) schafft einen Blick auf Sichtweisen und Lösungsansätze im Rahmen der Thematik.