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Corona Zahlen deuten: Erich Neuwirth in der ZIB 2

Der angesehene Statistiker und Lehrbeauftragte im Department Informatik und Security in der ZIB 2

Wie auch schon in den vergangenen Tagen, steigt die Zahl der Neuinfizierten mit dem Covid-19 Virus stetig. Bei über 9.000 aktuellen Fällen ruft das nicht nur die Politik auf den Plan sondern auch viele Wissenschaftler aus den verschiedensten Bereichen.

Erich Neuwirth, Lehrbeauftragter bei Data Science and Business Analytics beschäftigt sich seit der Stunde Null mit der Auswertung der zur Verfügung stehenden Zahlen rund um das Virus. 

Dramatische Situation mit Handlungsbedarf

Wie im aufgezeichneten Interview in der ZIB 2 mit Lue Lorenz-Dittlbacher beschrieben, ist die Situation ernst.

„Wenn man die Zahlen mit einem mathematischen Trick, nämlich einer logarithmischen Skala, betrachtet sieht man, dass eigentlich seit Mitte Juni ein Trend feststellbar ist, dass die Zahlen stetig steigen. Man hätte also viel früher reagieren müssen, um dem entgegenzuwirken“, so Erich Neuwirth, Lehrbeauftragter im Department Informatik und Security

Das ganze Interview von Erich Neuwirth können Sie hier in der ORF-TVthek nachsehen.

IT-Probleme in der EMS-Datenbank

Wenn Daten – wie derzeit berichtet – im EMS-System teilweise nicht bereinigt (also doppelt gezählt) und/oder die Daten zwar frisch gemeldet werden, jedoch die Diagnose- bzw. Labordaten schon einige Tage zurückliegen oder sogar wie in dieser Woche wegen IT-Problemen mehrere tausend Fälle „nachgemeldet“ werden, verzerrt das die Epidemiekurve stark. Auch dieses Thema wurde im Zuge des Interviews besprochen. 

Gerade zum Thema, welche Rolle Kinder in der Verbreitung des Virus einnehmen, meint Erich Neuwirth: „Ich hätte gerne die aktuellen Daten nach Altersgruppen definiert. Dann könnte man auch leichter auswerten, welche Rolle Kinder spielen. Diese Daten gibt es aber leider nicht.“

Zur allgemeinen Vergleichbarkeit, sowohl international als auch national (innerhalb der Bundesländer) meint der Statistik Experte, dass es schwer sei Vergleiche anzustreben, da der Umgang mit dem Testen und der daraus resultierenden Befüllung der Datenbank unterschiedlich gehandhabt wird.

„Die Vergleiche, wenn auch nicht perfekt, sind aber schlüssig, weil gleichzeitig ja auch die Spitalsbelegungszahlen gemessen werden und somit eine Vergleichbarkeit wieder möglich ist“, so Erich Neuwirth. 

"Hier kann man, wieder einmal, sehen, dass der technische Fortschritt, die Sicherstellung einer funktionierenden IT und die Prognosen eng miteinander verknüpft sind. Wir sind stolz, unseren Studierenden die Möglichkeit zu geben, einen Unterricht am Puls der Zeit zu ermöglichen. Dazu gehören, dass wir Expert*innen, wie Erich Neuwirth, aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft und Sozialem als Vortragende für unsere Studiengänge gewinnen können", so Helmut Kaufmann, Leiter des Departments Informatik und Security

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