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„Der Campus Garten wird ein Highlight“

Von der Freiluftklasse bis zur neuen Bildungsachse: Architekt Sascha Bradic gibt einen Einblick in die Planung des neuen Campus St. Pölten

Interview mit Sascha Bradic

Im Interview verrät Sascha Bradic von NMPB Architekten, worauf er bei den Plänen für den neuen Campus besonders geachtet hat und was seine persönlichen Highlights sind.

Was ist das Konzept hinter dem „Campus der Zukunft“?

Bradic: Unsere Aufgabe war es, sowohl gestalterisch als auch städtebaulich einen Campus zu bilden, der einerseits eine synergetische Erweiterung des Bestandsgebäudes darstellt und andererseits aber auch die Verknüpfung mit dem städtischen Raum und seiner Umgebung sicherstellt.

Von außen betrachtet bilden der Neu- und Altbau eine Einheit, unterscheiden sich aber dennoch unter anderem in der Fassadengestaltung – ich vergleiche das immer gerne mit einem Geschwisterpaar.

Im Innenraum war uns eine große, lichtdurchflutete Eingangshalle als Zentrum wichtig, zudem war die Aufwertung der Lernzonen und die Schaffung verschiedener Arbeitswelten ein Fokus, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Studierenden und Mitarbeiter*innen abzudecken.  

Worauf haben Sie bei der Planung des neuen Campus besonders geachtet?

Bradic: Ein Hauptaugenmerk waren sicherlich die verschiedenen Lernzonen für die Studierenden, die am neuen Campus viel großzügiger und flexibler gestaltet sind. Der Campus soll für die Studierenden wie ein Wohnzimmer werden, in dem sie auch ihre Freizeit oder die Zeit zwischen Lehrveranstaltungen gut verbringen können. Daher wird es künftig unter anderem mehrere Self-study Spaces mit Lernnischen sowie ein Study Lab geben.

Außerdem wird der Außenbereich viel stärker integriert. Im neu angelegten Campus Garten wird unter anderem eine Freiluftklasse untergebracht sein sowie verschiedenste gemütliche Plätze zum Lernen und Verweilen.

Auch für die Mitarbeiter*innen schaffen wir am neuen Campus flexibel nutzbare Arbeits- und Besprechungsräume, die die unterschiedlichsten Bedürfnisse abdecken. So wird es etwa stille und kommunikative Büros oder Nischen für Ad-hoc-Besprechungen oder Telefonate geben.

Was war aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung?

Bradic: Wir mussten uns zu Beginn genau überlegen, was einen „Campus“ eigentlich konkret ausmacht und wie wir die vielen Anforderungen, die eine solche Gestaltung mit sich bringt, umsetzen können. Wie bereits erwähnt spielen hier ja nicht nur die Räumlichkeiten eine Rolle, sondern auch die städtebauliche Verknüpfung.

Außerdem war es uns wichtig, qualitätsvolle Räume zu schaffen – gerade im Bildungsbereich sind das Raumerlebnis und die Wirkung von Räumen enorm wichtig. Man spricht nicht umsonst häufig vom „Raum als dritte Lehrer*in“.

Was ist Ihr persönliches Highlight am neuen Campus?

Bradic: Da gibt es eigentlich mehrere! Einerseits natürlich die imposante, helle Eingangshalle, die trotz ihrer Größe wohnlich und gemütlich gestaltet sein wird.

Weiters die neue Bildungsachse, die die beiden Gebäude miteinander verbinden wird und zusätzliche Möglichkeiten bietet – einerseits werden dort die Sitzplätze der Mensa untergebracht sein, in den höher gelegenen Stockwerken werden aber auch Lernnischen oder andere Angebote einen Mehrwert bieten.

Und zuletzt ist für mich auch die neue Bibliothek mit Blick und Zugang zum Campus Garten ein Highlight.

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Zur Person

Arch. Dipl.-Ing. Sascha Bradic ist Partner und Gründer von NMPB Architekten und lehrt nebenberuflich an der Technischen Universität Wien. Er zeichnete mit seinem Architekturbüro bereits für die Planung des aktuellen FH-Gebäudes verantwortlich.

Das Büro NMPB und dessen Partner*innen entwickelten zahlreiche Städtebau- und Architekturprojekte, sind als Vortragende im In- und Ausland tätig und Teilnehmer*innen an verschiedenen Ausstellungen. NMPB wurde bereits mehrfach bei Wettbewerben prämiert, u.a. bekam das Team den Kulturpreis des Landes NÖ für das Bürgerzentrum in Böheimkirchen verliehen und wurde für den Bauherrenpreis nominiert.