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Eventmarketing als Kommunikationsinstrument

Experte Oliver Kitz über Events und Live-Marketing

Oliver Kitz im Gespräch mit Harald Rametsteiner (Leiter Master Lehrgang Eventmanagement):

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Eventmarketing in Österreich ein?

Eventmarketing wird im österreichischen Corporate-Bereich der beginnenden 20er-Jahre ein immer selbstbewussteres und selbstverständlicheres Kommunikationsinstrument. Es ist im Mix der Kommunikationsbedürfnisse angekommen und hat durch seinen Live-Charakter einen besonders hohen emotionalen Impact. Die Kunden sind in der Verwendung von Live-Marketing erfolgssicherer geworden und die anbietenden Agenturen im Erstellen ihrer Projekte professioneller und vielfältiger.

Wer sich schneller neuer Kommunikationstechnologien bedient und vielleicht den Kunden erstmals damit vertraut macht, hat den „competitive edge", hat den Marktvorteil! Das technologische „Rat Race“ ist im vollen Gange und ohne sichtbare Ziellinie … eine Atem raubende Vorstellung!

Neben dem Macro-Bereich ist eine höchst interessante Micro-Entwicklung im Gange. Jahrzehntelanger Wohlstand, natürliche Doppelbeschäftigung von Mann und Frau sowie wachsende Selbstwertschätzung führen zur Selbstinszenierung der privaten Bereiche.

„Weil ich es mir wert bin…“ ist das Dogma des neuen Selbstverständnisses.

Taufen, Hochzeiten, Jubiläen und Begräbnisse werden zu emotional wichtigen Ereignissen, über die man sich definiert und abgrenzt. Kein Wunder, dass der belächelte Hochzeitsplaner von gestern zu einem sensiblen Wegbegleiter der neuen Familienevents wird.

Welchen Stellenwert haben Aus- und Weiterbildung im Eventmanagement?

Noch nie war das permanente Lernen und die persönliche Weiterbildung so essentiell wie heute. ABER: Das erworbene Wissen von heute ist der alte Hut von morgen.

Eine große Herausforderung für die Fachhochschulen ist es, den technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Vielleicht ist man gut beraten in naher Zukunft flexible und mobile FH-Tech-Camps zu etablieren. FH-Alumni mit ambulanten „technologischen Infusionen“ zu versorgen und so auch sinnvoll einen lebendigen FH-Tech-Pool aufzubauen und zu perpetuieren.

Nicht vergessen darf man die Antipode der Eventtechnologie – den Menschen von heute. Der permanente technologische BIG WOW ermüdet und stumpft ab. Der Mensch von heute sucht immer mehr den BIG SIGH, den erleichternden Seufzer der Sinnstiftung – sich finden in einer Wertegemeinschaft seines Clans, seiner Community!

Ich plädiere für moderne psychosoziale Workshops, um die Wünsche und Ängste des Human Beings und damit natürlich auch der Kunden zu erkennen und beantworten zu können.

Wie beurteilen Sie das Konzept des Lehrgangs Eventmanagement der FH St. Pölten?

Ich kann der FH St. Pölten zu diesem Curriculum gratulieren. Das Konzept baut auf, setzt fort, ergänzt und erweitert zu einem kompletten Ganzen. Es ist weitgehend vollständig und hat ganz wichtige Assets: die Lektor*innen aus der Eventwirtschaft. Sie garantieren ein aktuelles, lebendiges Lehren und damit ein zuversichtliches Lernen.

Der Lehrgang trägt große Verantwortung, die besprochenen Entwicklungen zu sehen und ihnen frühzeitig zu begegnen.

Die Lehrplangestaltung ist die Keimzelle eines Lehrgangs, die Ermöglichung des Wachsens. Wie bei einem Sauerteigbrot der Hefeansatz, der es ermöglicht, dass aus formbarem Teig ein schmackhaftes, knuspriges Brot für den hungrigen Markt wird.

Über Experte Oliver Kitz:

Oliver Kitz ist Mitglied des Vorstands bei der Emba (Event Marketing Board Austria) und dort für Aus- und Weiterbildung zuständig.

Über den Lehrgang Eventmanagement:

Der berufsbegleitende Master Lehrgang Eventmanagement der FH St. Pölten sichert praxisorientierte Weiterbildung für die Studierenden. Die Inhalte werden von ausgewählten Expert*innen aus der Branche vermittelt. Großer Wert wird dabei auf das praktische Anwenden gelegt. Die Lehreinheiten finden geblockt bzw. aufgeteilt in Wien und St. Pölten statt. Im Anschluss an den akademischen Lehrgang ist ein Abschluss mit Master of Science (MSc) möglich.