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„Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein“

Das studentische Beratungsformat Peers4You setzt während der Coronakrise auf virtuelle Angebote

Die Situation ist nicht einfach: Kein fester Tagesablauf, nur selten kommt man aus den eigenen vier Wänden hinaus, soziale Kontakte fallen weg. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben große Auswirkungen auf unser psychisches Wohlbefinden. Das studentische Beratungsangebot Peers4You versucht gegenzusteuern. Nicht nur das bestehende Beratungsangebot wird weitergeführt, sondern auch Möglichkeiten des virtuellen Austauschs geschaffen – von Tipps zum Zeitmanagement bis hin zum gemeinsamen Kochen und Essen.

Virtuelle Angebote während der Krise

Unter dem Motto „Reden statt schweigen“ bietet Peers4You seit dem Frühjahr 2019 ein umfassendes Beratungsangebot von Studierenden für Studierende an. Interessierte können sich via Mail, anonymem Kontaktformular oder durch das direkte Ansprechen eines Peers ein Beratungsgespräch vereinbaren. „Abgesehen vom direkten Kontakt können wir alle Hilfestellungen auch virtuell weiter anbieten. Zusätzlich stellen wir für die Zeit des Social Distancing zusätzliche virtuelle Formate auf die Beine“, erklärt die studentische Projektleiterin Jacqueline Zeilinger.

Die Mensa im Wohnzimmer

So bietet die „Peers Show“ in den kommenden Tagen mittels Videobotschaften nicht nur Hilfe und Anleitung zu Themen wie Schlaf- und Zeitmanagement, sondern bringen die Peers auch zusammen mit der ÖH die Mensa in die Wohnzimmer der Studierenden: Wie an der FH wird es über Mittag verschiedene virtuelle Räume geben, an denen man sich gemeinsam mit Kolleg*innen austauschen und essen kann. „Es geht uns bei allen Angeboten vor allem darum, das Gefühl zu vermitteln, nicht alleine zu sein. Der Kontakt mit den Studienkolleg*innen soll aufrecht bleiben“, betont Zeilinger. Zusätzlich stellen Peers zusammen mit Studentinnen und Dozentinnen aus dem Studiengang Diätologie ihr Wissen um einfache und gesunde Rezepte zur Verfügung.

Bedarf im Hochschulbereich

Initiiert wurde Peers4You 2018 von Elisabeth Weber-Schigutt (Dozentin Soziale Arbeit), Sabine Fichtinger (Dozentin Digital Marketing und Kommunikation) und Martin Hochreiter, Fachverantwortlicher für den Bereich IT&Infrastruktur und Mitglied des Krisenmanagement-Teams der FH St. Pölten: „Viele Blaulicht- und Einsatzorganisationen setzen schon länger auf ein niederschwelliges Beratungskonzept, das die Möglichkeit eines Gesprächs mit geschulten Kollegen bietet.“ So können sich Einsatzkräfte nach schwierigen Einsätzen austauschen und niederschwellige Hilfsangebote bieten. „Die Häufigkeit an psychosozialen Problemen im Hochschulbereich nimmt zu. Mir war es wichtig, an der FH St. Pölten ein Angebot zu schaffen, auf das Studierende in schwierigen Situationen zurückgreifen können“, so Hochreiter. Aktuell tauscht sich Hochreiter intensiv mit anderen Fachhochschulen zu Maßnahmen während der Coronakrise aus. „Die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen bringt wichtige Inputs und hilft dabei unser Angebot auf die Bedürfnisse der Studierenden abzustimmen.“

Vorreiterrolle im Fachhochschulbereich

Mit Peers4You kann die FH St. Pölten nun auch während der Krise auf ein gut funktionierendes Netzwerk an bereits ausgebildeten Peers zurückgreifen. „Im Fachhochschulbereich sind wir mit Peers4You Vorreiter und durch die gute Vernetzung in allen Departments steht uns einiges an Expertise und Ressourcen zur Verfügung. Davon lebt unser Peer-System“, so Elisabeth Weber-Schigutt, Dozentin am Department Soziales. Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Sozialarbeiterin im Bereich der mobilen Krisenintervention verfügt sie über umfassende Erfahrung, um den Peers bei Fragen und Unklarheiten beratend zu Seite zu stehen. „Sollten sich in den Gesprächen mit einer betroffenen Person gravierende Probleme ergeben, vermitteln wir zu externen Hilfseinrichtungen, um so eine bestmögliche Betreuung sicherzustellen.“ Wichtig sei vor allem, dass auch Lehrende ihre Studierenden auf das Angebot hinweisen. „Viele Probleme können so abgefangen werden“, betont Weber-Schigutt.

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