Interdisziplinäre Projekte in der Lehre

Studierende der FH St. Pölten / Credit: Martin Lifka Photography

Im Rahmen der interdisziplinären Sprachenlehre trainierten Studierende der FH St. Pölten nicht nur mit neuen Methoden ihr Englisch, sondern auch den Austausch zwischen Disziplinen. In Zusammenarbeit mit KollegInnen, die Deutsch als Fremdsprache an der Penn State University in Altoona lehren, entstand das „Network for Telecollaborative Learning“, im Zuge dessen Studierende aus den Bereichen Diätologie, IT Security und Bahntechnologie und Mobilität mit amerikanischen Studierenden in Kontakt traten. Sie bildeten interdisziplinäre Sprachentandems bestehend aus zwei bis drei Personen, die nach einem vorgegebenen Semesterplan virtuell per E-Mail, Skype oder Google- Hangout in der jeweiligen Zielsprache miteinander kommunizieren.

Studierende bereiteten in der jeweiligen Zielsprache zu einem gewählten Thema einen Videoclip vor und stellen diesen für ihre TandempartnerInnen online. Die Clips dienen als Ausgangsbasis für die weitere Kommunikation. „Durch den interaktiven und interdisziplinären Lernprozess werden die Studierenden praxisnahe auf die Anforderungen einer zunehmend internationalen und technologieunterstützten Arbeitswelt vorbereitet“, sagt Sprachtrainerin und FH-Dozentin Dawn Kremslehner-Haas, die das Projekt gemeinsam mit der Diätologin Alexandra Kolm entwickelt hat.

Wie YouTube, nur „interprofessionell“

Im Projekt „X-Site – student interprofessional teaching experience“ erstellten Studierende der Physiotherapie und Diätologie an der FH St. Pölten Lehrvideos für Studierende des jeweils anderen Studiengangs. Die Studierenden trugen physiotherapeutische und diätologische Grundlagen – etwa zu den Themen Diabetes und Adipositas – für den jeweils anderen Studiengang zusammen, um das Wissen auf Basis dieser interprofessionellen Zusammenarbeit zu erweitern. Ziel der Lehrvideos ist ein zusätzlicher Informationsgewinn im Rahmen der jeweiligen Lehrveranstaltung der einzelnen Studiengänge.

Betreut wurde das Projekt von einer Dozentin jedes Studiengangs: von der Physiotherapeutin Anita Kidritsch und der Diätologin Alexandra Kolm. „Was die Studierenden hier geübt haben, hilft später im Beruf. Die erworbenen Kenntnisse stellen eine wichtige Basis für zukünftige interprofessionelle Zusammenarbeit in der Berufspraxis dar“, erklärt Kidritsch. Im Unterricht wird zudem das innovative Lehrmodell Inverted Classroom eingesetzt. Das Service- und Kompetenzzentrum für Innovatives Lehren & Lernen (SKILL) der FH St. Pölten begleitet und unterstützt die beiden Dozentinnen und die Studierenden in dem Projekt.

Der interdisziplinäre Blick wird an der FH St. Pölten auch bei Prüfungen geschärft, etwa im Fach Clinical Reasoning im Studiengang Diätologie. Dort werden die Studierenden von Diätologin Kolm und dem Internisten, Endokrinologen und FH-Lektor Harald Kritz gemeinsam statt wie bisher parallel befragt – damit das interdisziplinäre Verständnis nicht zu kurz kommt.

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