Medien.Lounge zu Diversität in Medienunternehmen

(v.l.n.r.): Medien.Lounge-Initiator Ewald Volk, Monika Vyslouzil (Leiterin FH-Kollegium der FH St. Pölten), Frans Jennekens und Brita Kettner (stellvertretende Studiengangsleiterin Media Management)

Frans Jennekens zu Gast an der Fachhochschule St. Pölten

Im Rahmen der siebenten Medien.Lounge an der FH St. Pölten bot Frans Jennekens, Head of Diversity beim öffentlichen Rundfunkveranstalter NTR in Holland, spannende Einblicke in das Thema Diversität in Medienunternehmen und die damit verbundene Entwicklung neuer Sendeformate. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche VertreterInnen namhafter Medienunternehmen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Medienverhalten durch neue Kanäle wie Facebook, Youtube, Twitter & Co. maßgeblich verändert. Rezipientinnen und Rezipienten konsumieren nicht mehr nur vorgegebene Inhalte, sondern werden selbst zu Produzentinnen und Produzenten. Dadurch rücken neue Themen in den Vordergrund und immer mehr Personen erhalten eine wichtige Stimme in der Öffentlichkeit. Ein Umstand, auf den auch Medienunternehmen reagieren müssen.

Spezielle Formate für sämtliche Zielgruppen

Beim niederländischen öffentlichen Rundfunkveranstalter NTR spielt der Begriff der Vielfalt laut Frans Jennekens eine wichtige Rolle. Der Claim „Special for everybody“ drücke aus, dass NTR nicht nur passende Sendeformate für sämtliche Zielgruppen anbietet, sondern die Menschen auch als BotschafterInnen – unabhängig von Alter, Sexualität oder Religion – in die jeweiligen Formate miteinbezieht. Online-Kanäle werden für den TV-Sender ebenfalls immer wichtiger und ergänzend in die Programmentwicklung miteinbezogen.

„Innoversity“ als Erfolgsfaktor

Der Begriff „Innoversity“ bezeichnet die erfolgsversprechende Kombination aus Innovation und Diversität in jeglichem Kontext. „Man kann Sendungen zu speziellen Themen produzieren, die so ansprechend aufbereitet sind, dass sie eine breite Zielgruppe erschließen“, ist Frans Jennekens überzeugt. So bietet NTR mit Produktionen wie „The girls from Halal“, die drei muslimische Schwestern beim Entdecken der holländischen Kultur begleitet, Formate, die für viele ZuschauerInnen interessant sind. „Unsere Protagonistinnen und Protagonisten werden in Situationen gebracht, in der sie reale Diversität erleben – genau das macht das Thema so attraktiv. Wir erhalten dazu viele Reaktionen, die Diskurse anregen und somit auch Anknüpfungspunkte für neue Programmideen liefern.“

„Diversify or die“

Das Thema „Innoversity“ ist aus Sicht von Frans Jennekens aus Medienunternehmen nicht mehr wegzudenken „Wir leben in einem Global Village, das sich durch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen auszeichnet. Wenn wir den Rezipientinnen und Rezipienten keine entsprechenden Programme liefern, werden sie diese selbst produzieren.“ Veranstaltungen wie die Innoversity Parade, bei der 2016 rund 500 internationale Expertinnen und Experten zu Gast waren, sollen helfen, den Diskurs anzuregen und Aktivitäten voranzutreiben.

Namhafte Gäste

Der exklusive Gästekreis bei der mittlerweile siebenten Medien.Lounge bestand aus Vertreterinnen und Vertretern namhafter Medienunternehmen und Organisationen: Radio-Experte Ullrich Jelinek, Sepp Sablatnig (Geschäftsführer Sablatnig Werbeagentur), Thomas Jorda (Chefredakteur-Stellvertreter sowie Ressortleiter Kunst & Medien, Niederösterreichisches Pressehaus), Robert Trim (Utah Valley University, Gast-Lektor an der FH St. Pölten), Gerti Süss (Öffentlichkeitsarbeit, Industriellenvereinigung Niederösterreich) sowie Monika Vyslouzil (Leiterin FH-Kollegium der FH St. Pölten).

„Die Medien.Lounge wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, den Austausch von Wissen und Erfahrungen unter Medienmanagerinnen und Medienmanagern zu fördern und den Fachdialog anzuregen. Das ist Frans Jennekens ausgesprochen gut gelungen und dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, so Ewald Volk, Studiengangsleiter des Bachelorstudiums Medienmanagement an der FH St. Pölten und Initiator der Medien.Lounge.

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