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Die Zukunft: Digitale technologiebasierte Bildung

Experte Thomas Biruhs über Werbung und Markenführung

Die Zukunft: Digitale technologiebasierte Bildung
Thomas Biruhs, Geschäftsführer von TechChild IntelliChance
Copyright: TechChild IntelliChance

Thomas Biruhs (Geschäftsführer von TechChild IntelliChance e.U.) im Gespräch mit Barbara Klinser-Kammerzelt (Leitung Lehrgang Werbung und Markenführung):

Wie schätzen Sie die Entwicklung im Berufsfeld Werbung ein? Welche aktuellen Trends und Tendenzen sehen Sie?

Krisen, wie auch die Corona-Krise in einzigartiger Weise, zeigen uns immer wieder die Grenzen der Gesellschaft und bestehender Systeme auf. Selten zuvor wurden Veränderungen aber so rasch umgesetzt. Bislang Undenkbares, wie Homeoffice für alle, Investitionen in eine hohe Qualität der IT-Infrastruktur und Ausstattung, Reduktion von Meetings und ein Überdenken der ausufernden Meeting-Kultur sowie die rasche Umsetzung von digitalen Projekten, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, war plötzlich möglich.

Auch die Werbebranche hat sich durch das Jahr 2020 stark verändert. Werbeausgaben wurden massiv reduziert, mit der Folge, dass einige Medienhäuser und werbebasierte Unternehmen hohe Verluste verzeichnen mussten. Große Summen an Förderungen wurden von Staatsseite aufgewendet, um die Einbußen zu minimieren.

Dies hat niemand vorhergesehen, daher bin ich sehr vorsichtig mit Spekulationen über zukünftige Trends und Tendenzen. Ich traue mich aber zu sagen: Nur kreativ zu sein reicht schon lange nicht mehr, um in der Werbebranche erfolgreich zu sein. Eine Vielzahl an digitalen Fähigkeiten wird besonders Berufseinsteiger*innen abverlangt. Um Schritt halten zu können, bedarf es einer fundierten fächerübergreifenden Ausbildung, die sowohl Marketing und Werbung aber auch eine technisch-digitale und betriebswirtschaftliche Komponente beinhaltet.

Wie wichtig ist Markenführung für den Unternehmenserfolg heute?

Eine gut durchdachte strategische Markenführung ist mindestens genauso wichtig, wie schon bisher. Aufgrund der Zersplitterung der Märkte eher zunehmend wichtig. Allein im Marketing Technologie Bereich gibt es mittlerweile über 8.000 Anbieter. Ohne entsprechender Marken-, Marketing- und Kommunikationsstrategie ist ein Überleben am internationalen Markt kaum möglich.

In anderen Bereichen sieht es wenig besser aus. Beispielhaft genannt: Online-Shops für jedwede Nische sprießen, Produktneueinführungen kommen und gehen in rauen Mengen und freiberufliche Dienstleister*innen überschwemmen den Markt. Wer Fuß fassen will, benötigt eine gute Strategie, Ausdauer und mitunter hohe finanzielle Aufwendungen.

Welchen Stellenwert hat eine fach-adäquate Ausbildung im Bereich Werbung und Markenführung?

Durch eine fundierte Fachausbildung erhält man das Rüstzeug, um sich gegen immer rascher ändernde Rahmenbedingungen am Jobmarkt behaupten zu können. Wichtig ist, dass man neben der Ausbildung an der Fachhochschule bzw. Universität, sich auch außeruniversitär interessiert gibt und Weiterbildungsangebote wahrnimmt.

Noch nie zuvor gab es so eine große Bandbreite und Menge an digitalen Ressourcen und Lernplattformen. Die Belegung von Kursen an renommierten Universitäten ist oftmals kostenlos möglich und erweitern das Wissen.

Welche fachlichen und persönlichen Anforderungen haben Sie an junge Nachwuchskräfte für den Einstieg in der Branche?

Fachlich ist klar, wohin die Richtung geht: digital und technologiebasiert. Dies bedeutet, dass ich Nachwuchskräften rate, sich abseits der theoretischen Fundamente von Marketing und Werbung, auch mit betriebswirtschaftlichen Themen, Datenanalyse und Programmierung auseinanderzusetzen. Das Grundgerüst sehe ich hier bei dem Erlernen von Programmiersprachen wie beispielsweise R, Python und Java sowie eine gewisse Datenaffinität zu entwickeln, um komplexe Zusammenhänge erkennen und mittels betriebswirtschaftlichen Know-hows interpretieren zu können.

Gibt es für Sie als Experten einen aktuell besonders hilfreichen Tipp für Erfolg im Bereich Werbung?

Nein, aktuell leider nicht. Aufgrund der Situation rund um Corona verändern sich die Rahmenbedingungen gerade sehr stark und es ist noch nicht abzuschätzen, in welche Richtung sich die Werbebranche entwickeln wird. Es ist zu befürchten, dass eine noch stärkere Konzentration der Marktmacht auf die großen Unternehmen der Branche vonstattengeht. Digitales Know-how ist aber sicher eine gute Zukunftsinvestition.

Über den Lehrgang Werbung und Markenführung

Der berufsbegleitende Lehrgang Werbung und Markenführung der FH St Pölten gewährleistet praxisorientierte Weiterbildung für die Studierenden. Inhalte wurden gemeinsam mit Expert*innen aus der Branche erarbeitet und werden auch von diesen vermittelt.

Die Lehre findet geblockt und abwechselnd in Wien und St. Pölten statt. Nach dem akademischen Lehrgang ist ein Abschluss mit Master of Science (MSc) möglich.

Bewerben Sie sich noch bis 24. September!

Beachten Sie bitte die Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsinfos.