2 min

Weltdiabetestag: Access to Diabetes Care

Eine interdisziplinäre Studie möchte die Unterstützung für Betroffene von Typ-2-Diabetes mittels Messaging-Service verbessern und sucht Proband*innen

Eine Frau sticht sich in den Finger, um ihren Insulinspiegel zu messen

Am 14.11. ist Weltdiabetestag. Dieses Jahr wird darauf aufmerksam gemacht, dass nicht alle von Diabetes Betroffene Zugang zu einer guten Versorgung und entsprechender Unterstützung haben. Das Projekt DiabPeerS soll helfen diese Lücke zu schließen und untersucht, ob Menschen mit Typ-2-Diabetes durch eine gegenseitige Online-Unterstützung gesundheitlich profitieren.

Diabetes ist weltweit eine der wichtigsten nicht übertragbaren Erkrankungen. In Österreich leiden ca. 800.000 Menschen an Typ-2-Diabetes, der häufigsten Form von Diabetes. Unbehandelt kann die Erkrankung zu schweren Langzeitkomplikationen, wie Herzkreislauf- und Nierenerkrankungen, einer geringeren Lebensqualität, schlechterer psychischer Gesundheit und verkürzter Lebenserwartung führen. Daher brauchen Menschen mit Typ-2-Diabetes auch laufende multiprofessionelle Betreuung und Unterstützung. Obwohl Österreich über eine sehr gute medizinische Versorgung verfügt, ist der teilweise vorhandene Ärzt*innenmangel im ländlichen Raum eine der großen Herausforderungen. Darüber hinaus hat die COVID-19 Pandemie gesundheitliche Risiken für Typ-2-Diabetiker*innen erhöht sowie den Betreuungs- und Unterstützungsbedarf gesteigert, der aufgrund der Einschränkungsmaßnahmen nur bedingt möglich war.

Zeit- und ortsunabhängige Online-Unterstützung

Das Forschungsprojekt DiabPeerS wird aktuell von der Fachhochschule St. Pölten, der Karl-Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, dem Universitätsklinikum St. Pölten und der Österreichischen Gesundheitskasse durchgeführt. Es untersucht, ob Menschen mit Typ-2-Diabetes durch eine Online-Unterstützung und Austausch mit anderen Betroffenen mittels Instant-Messaging-Service besser mit ihrer Erkrankung umgehen können und in weiterer Folge gesundheitlich profitieren. Ziel der Studie ist es, ein zeitgemäßes und flexibles Unterstützungsangebot für Menschen mit Typ-2-Diabetes zu entwickeln und zur besseren Versorgung beizutragen.

„Zum Weltdiabetestag richten wir den Fokus auf eine der wichtigsten chronischen Erkrankungen. Der Erfolg der Diabetestherapie hängt stark von den Betroffenen selbst ab. Denn Patient*innen müssen auf ihren Lebensstil, z.B. eine adäquate Ernährung und richtige Medikamenteneinnahme achten, ihren Blutzucker messen und regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrnehmen. Der Erfahrungsaustausch und die Unterstützung durch Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, sollen Betroffenen dabei helfen, mit dem Typ-2-Diabetes besser umzugehen. Denn vieles, was alleine schwerfällt, gelingt durch den Rückhalt und die Unterstützung Gleichgesinnter. Wissenschaftliche Studien zeigen bereits, dass durch eine gegenseitige Unterstützung der Verlauf der Diabeteserkrankung positiv beeinflusst werden kann. Hier setzt das Projekt DiabPeerS an“, sagt Elisabeth Höld vom Institut für Gesundheitswissenschaften der FH St. Pölten, die die Studie leitet.

Proband*innen gesucht – jetzt anmelden!

Mehr als 200 Menschen mit Typ-2-Diabetes werden für die Studie über vierzehn Monate beobachtet – eine Gruppe mit Online-Peer-Unterstützung, die andere zum Vergleich ohne. Gesucht werden noch Studienteilnehmende, die sich online mit anderen Menschen mit Typ-2-Diabetes austauschen wollen.

  • Sie sollten seit maximal drei Jahren einen diagnostizierten Typ-2-Diabetes bzw. orale Antidiabetika einnehmen, einen HbA1c von ≥ 6,5% (48 mmol / mol) haben,
  • über 40 Jahre alt sein und noch nicht insulinpflichtig sein.
  • Alle Teilnehmenden sollen ein Smartphone besitzen und zu den vier Messungen entweder an die FH St. Pölten oder die Landeskrankenhäuser in Wr. Neustadt, Hollabrunn oder Mauer/Amstetten kommen können.

Die Proband*innen erhalten für ihre Teilnahme eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro, ihre persönlichen Messergebnisse zu Körperzusammensetzung, Bauchumfang, Körpergewicht und -größe, Blutdruck und ausgewählte Blutparameter inklusive deren Besprechung mit einer Diätologin sowie ein Dankeschön der Österreichischen Gesundheitskasse.

„Die Behandlung der Volkskrankheit Diabetes ist ein wesentliches Thema für uns als Österreichische Gesundheitskasse: Von der Früherkennung bis zur laufenden Betreuung Betroffener sorgen wir mit unseren Leistungen, Programmen und regionalen Projekten für umfassende Unterstützung“, betont Dr. Andreas Krauter, Chefarzt der Österreichischen Gesundheitskasse.

Anmeldung zur Studie
Kontakt für Fragen zur Studie sowie zu den Teilnahmebedingungen: per Mail an diabpeers@fhstp.ac.at oder telefonisch unter +43 2742 313228-572 bzw. +43 676 847228-572.

Projekt DiabPeerS

Das Projekt „DiabPeerS - Improving glycaemic control in patients with type 2 diabetes mellitus through peer support Instant Messaging: a randomized controlled trial” wird im Zuge des Life Science Call von der Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich m.b.H und der Landesregierung Niederösterreich finanziert. Die NÖ Landesgesundheitsagentur unterstützt zudem DiabPeerS.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website unter: https://research.fhstp.ac.at/projekte/diabpeers

Sie wollen mehr wissen? Fragen Sie nach!
FH-Prof. Mag. Dr. Höld Elisabeth

FH-Prof. Mag. Dr. Elisabeth Höld

Senior Researcher Institut für Gesundheitswissenschaften Department Gesundheit