Betriebliche Gesundheitsförderung als Tätigkeitsfeld für ErnährungsberaterInnen/DGE

Bachelor Studiengang Diätologie

Teresa Bauer, BSc (Jg. 2014/2017)

Betreuerin: FH-Prof. Mag. Dr. Jutta M. Möseneder

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen des 55. Wissenschaftlichen Kongresses der Deut-schen Gesellschaft für Ernährung e.V., Hohenheim (D), 7.-9.3.2018

Abstract

Einleitung:

Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) hat das Ziel, Krankheiten vorzubeugen und Gesund-heitspotentiale sowie Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu steigern (European Network For Workplace Health Promotion, 1997). Für Arbeitgeber/innen ergibt sich ein finanzieller Vorteil, da die BGF Krankenstände und Krankheitskosten um durchschnittlich 25% senken kann (Chapman, 2012).


Bei der Implementierung von Maßnahmen zum Thema Ernährung bietet sich die BGF als Tätigkeitsfeld für Ernährungsberaterinnen/DGE bzw. Ernährungsberater/DGE (EB/DGE) an. Das Zertifikat EB/DGE zählt zu den anerkannten Zertifikaten für die Durchführung präventiver Maßnahmen im Handlungsfeld Ernährung sowie für die BGF mit finanzieller Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband, 2017, S. 61). Im Rahmen des Zertifikatslehrgangs EB/DGE muss eine Projektarbeit verfasst werden, die z. B. eine Maßnahme in der BGF thematisieren kann.

Zielsetzung:

Das Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, wie sich das Interesse der EB/DGE an dem Tätigkeitsfeld BGF von 2005 bis 2015 entwickelt hat.

Methodik:

Dafür wurde eine empirische Querschnittsstudie durchgeführt. Diese beinhaltete eine Datenauswertung von 961 archivierten Projektarbeiten, um die Häufigkeit der Projektarbeiten zum Thema BGF festzustellen. Zudem wurden die EB/DGE, die die Projektarbeiten erstellt hatten, mit Hilfe eines Online-Fragebogens befragt. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich vom 04.04.2017 bis 28.04.2017. Es wurde untersucht, ob das Verfassen einer Projektarbeit in der BGF einen Einfluss auf die spätere berufliche Tätigkeit in der BGF hatte.

Ergebnisse:

Durch die Datenauswertung der Projektarbeiten konnte festgestellt werden, dass sich die Anzahl der BGF-Projektarbeiten zwischen den Jahren 2005 und 2015 mehr als verdoppelt hat. Ein Aufwärtstrend war ab 2013 erkennbar. Die Fragebogenerhebung ergab, dass derzeit 60% (n=9) der Teilneh-mer/innen, die eine BGF-Projektarbeit verfasst haben, in der BGF tätig sind. Ein statistisch signifikan-ter Zusammenhang zwischen der Tätigkeit in der BGF und einer Projektarbeit in der BGF wurde nicht festgestellt (p=0,058).

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass ein Interesse der EB/DGE am Tätigkeitsfeld BGF vorhanden ist bzw. ansteigt. Die Planung einer Projektarbeit in der BGF hatte allerdings keinen signifikanten Einfluss auf die spätere Tätigkeit in der BGF. Weitere Untersuchungen wären notwendig, um Hürden ausfindig zu machen, die die EB/DGE an einer beruflichen Tätigkeit in der BGF hindern.

Literatur:

Chapman, L. S. (2012). Meta-Evaluation of Worksite Health Promotion Economic Return Studies: 2012 Update. American Journal of Health Promotion, 26(4), TAHP-1-TAHP-12. https://doi.org/10.4278/ajhp.26.4.tahp
European Network For Workplace Health Promotion (1997). The Luxembourg Declaration on Workplace Health Promotion in the European Union. In der Fassung von Jänner 2007. Zugriff am 04. Jänner 2017 unter http://www.enwhp.org/fileadmin/rs-dokumente/dateien/Luxembourg_Declaration.pdf
GKV-Spitzenverband (Hrsg.) (2017). Kapitel 5: Leistungen zur individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V aus dem Leitfaden Prävention. Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbandes zur Umset-zung der §§ 20, 20a und 20b SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 9. Januar 2017. Zugriff am 29. Mai 2017 unter https://www.gkv-spitzenver-band.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praevention_leitfaden/2017_3/Leitfaden_Praevention_Teilaktualisierung_P170009_02_V.pdf