Die diätologische Befundung und Beurteilung im internationalen Vergleich mit/ohne der Anwendung des PESR-Formats

Bachelor Studiengang Diätologie

Lisa Schedlberger, BSc (Jg. 2013/2016)

Betreuerin: Alexandra Kolm, MSc

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen des Workshops des Verbands der Diätologen, Landesgruppe NÖ, St. Pölten, 09.04.2016

Abstract

Einleitung:

In Österreich erfolgte im Jahr 2006 die gesetzliche Einführung des diätologischen Prozesses in der Ausbildung von Diätolog*innen, der die diätologische Befundung und Beurteilung als Prozessschritt enthält (Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über Fachhochschul-Bakkalaureatsstudiengänge für die Ausbildung in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten (FH-MTD-Ausbildungsverordnung – FH-MTD-AV) [FH-MTD-AV, 2006], Anlage 4, Z1).

Empfehlungen für eine einheitliche Struktur oder eine standardisierte Sprache zur Formulierung der diätologischen Befundung und Beurteilung liegen in Österreich nicht vor. Die diätologische Befundung und Beurteilung wird in Deutschland als „PESR-Statement” verfasst (Ohlrich & Demirel, 2015, S. 44).

Zielsetzung:

Das Ziel dieser Bachelorarbeit war, die subjektive Bewertung der diätologischen Befundung und Beurteilung bei Stoffwechselpatient*innen mit und ohne die Anwendung des PESR-Formats von Diätolog*innen aus der Praxis zu erheben.

Methodik:

Zu diesem Zweck wurde eine quantitative, retrospektive Querschnittstudie im Rahmen eines Workshops der Landesgruppe Niederösterreich an der Fachhochschule St. Pölten am 9. April 2016 durchgeführt. Eine schriftliche Befragung mittels Paper-Pencil-Fragebogen erfolgte. Der Stichprobenumfang betrug 16 Diätolog*innen.

Ergebnisse:

Die diätologische Befundung und Beurteilung mit der Anwendung des PESR-Formats wurde bei Patient 1 von 93,8 %, bei Patientin 2 von 100 % und bei Patient 3 von 93,8 % der Proband*innen (n=16) als die bevorzugte der beiden Varianten gewählt. Eine diätologische Befundung und Beurteilung mit der Anwendung des PESR-Formats weist einen gehaltvolleren Inhalt auf als eine ohne dessen Anwendung, da bei dieser Variante eine höhere Anzahl an Antwortkategorien zur Bewertung des Inhaltes bei allen drei Patient*innen zutrifft.

Schlussfolgerungen:

Weitere Studien sind erforderlich, um die Eignung der verschiedenen bestehenden Vorgehensweisen, die in der systematischen Literaturrecherche ermittelt wurden, für die Profession der Diaetolog*innen in Österreich zu prüfen.

Literatur:

Ohlrich, S. & Demirel, A. (2015). Ernährungsdiagnose. In Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) German Dietitian Association (Hrsg.), Manual für den German-Nutrition Care Process (G-NCP): Ein Standardwerk für die Durchführung, Weiterentwicklung, Überprüfung und Qualitätssicherung der Diätetik in Deutschland. VDD-Leitlinie für die Ernährungstherapie und das prozessgeleitete Handeln in der Diätetik (1. Aufl., S. 43–48). Lengerich: Pabst Science Publishers.
Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über Fachhochschul-Bakkalaureatsstudiengänge für die Ausbildung in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten (FH-MTD-Ausbildungsverordnung – FH-MTD-AV), BGBl. Nr. 2/2006 (2006). Abgerufen von https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20004516