Einfluss des Bildungsniveaus auf das Ernährungsverhalten und Diabetesrisiko von Jugendlichen

Bachelor Studiengang Diätologie

Rita Bugl, BSc (Jg. 2009/2012)

Betreuerin: FH-Prof. Daniela Wewerka-Kreimel, MBA

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen der 40. Jahrestagung der ÖDG, Salzburg, 15.-17.11.2012

Abstract

Einleitung:

Die Zahl der an Diabetes mellitus Typ 2 (DM 2) erkrankten Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Als Hauptursachen für die zunehmende Häufigkeit dieser Erkrankung werden, neben genetischen Faktoren, vor allem ein ungünstiges Ernährungsverhalten in Kombination mit Übergewicht und mangelnder Bewegung gesehen (Rosenbauer & Stahl, 2010). Neben diesen Risikofaktoren werden in zahlreichen Untersuchungen auch Sozialstatus und Bildungsniveau als wesentliche Einflussfaktoren genannt. Kowall und Mielk (2010) belegen, dass bei niedrigerem Sozialstatus eine höhere Prävalenz und Inzidenz von DM 2 in allen Altersgruppen vorliegt. Als Ursache wird in diesem Fall das erhöhte Vorkommen der Risikofaktoren (Adipositas, Hypertonie, Nikotinabusus und wenig körperliche Aktivität) bei weniger gebildeten Personen genannt.

Zielsetzung:

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aufzuzeigen, ob anhand zweier Gruppen von Jugendlichen Unterschiede, sowohl im Ernährungsverhalten, als auch im Risiko an Diabetes zu erkranken, zu finden sind.

Methodik:

Um auf die Grundgesamtheit von Jugendlichen zwischen 14 und 18,5 Jahren schließen zu können, wurden insgesamt 297 ProbandInnen dieser Altersgruppe im Rahmen eines Präventionsprojektes an der Fachhochschule St. Pölten rekrutiert. Es handelte sich um SchülerInnen des Bundesoberstufenrealgymnasiums (BORG) und der Landesberufsschule (LBS) St. Pölten. Die Erhebung erfolgte quantitativ mittels Fragebogen und wurde mit dem Programm IBM® SPSS® Statistics Version 19.0 (New York) empirisch ausgewertet.

Ergebnisse:

Im Rahmen der Auswertung konnte ein signifikanter Unterschied (p<0,000) in der Ernährungsqualität von GymasiastInnen und BerufsschülerInnen festgestellt werden. Demnach ernähren sich 7 % der SchülerInnen des Gymnasiums ungesund, bei den BerufsschülerInnen sind es 34 %. Es besteht also ein deutlicher Unterschied.

Auch beim Diabetesrisiko konnten Differenzen zwischen den beiden Schulgruppen gefunden werden. Hier weisen 12 % der ProbandInnen aus der LBS ein hohes Risiko auf, an DM 2 zu erkranken. Bei den GymnasiastInnen hingegen sind es nur 2 %.

Schlussfolgerungen:

Präventionsmaßnahmen müssen also vor allem auf individuelle Bedürfnisse (Alter, Bildungsniveau) zugeschnitten werden. Es wäre von Interesse zu untersuchen, aus welchem Grund die besuchte Schulform solche Unterschiede hervorruft, und welche Rolle diesbezüglich auch das Bildungsniveau der Eltern spielt. Da der Grundstein für die Prävention von Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes bereits im Jugendlichenalter gesetzt wird, sollte besonderes Augenmerk auf diese Personengruppe gelegt werden, um in Zukunft die steigenden Zahlen dieser Erkrankung reduzieren zu können.

Literatur:

Kowall, B., & Mielck, A. (2010). Soziale Ungleichheit und Diabetes. Der Diabetologe, 6, 196–202. doi:10.1007/s11428-009-0498-6

Rosenbauer, J., & Stahl, A. (2010). Häufigkeit des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Der Diabetologe, 6, 177–189. doi:10.1007/s11428-009-0497-7