Der Einfluss einer Schwangerschaft auf den Gewichtsverlauf und die Einnahme von Supplementen nach einer bariatrischen Intervention

Bachelor Studiengang Diätologie

Verena Jelinek, BSc (Jg. 2009/2012)

Betreuerin: Mag. Elisabeth Farmer

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen der 28. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V., Stuttgart (D), 4.-6.10.2012

Abstract

Einleitung:

Die bariatrische Chirurgie stellt einen wichtigen Baustein in der Therapie der Adipositas dar (Verband der Diätassistenten & Hellbardt, 2011). Viele Frauen befinden sich zum Zeitpunkt der Operation im gebärfähigen Alter und haben ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen (Schultes, Ernst & Thurnheer, 2010). Daher stellt das Thema Schwangerschaft nach bariatrischer Chirurgie einen wichtigen Bereich dar, der interdisziplinärer Zusammenarbeit bedarf.

Zielsetzung:

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, den Einfluss einer Schwangerschaft auf den Gewichtsverlauf und die Einnahme von Supplementen nach einer bariatrischen Intervention zu untersuchen. Dadurch soll die Relevanz der diätologischen Betreuung aufgezeigt werden. Weiters sollte die Betreuungssituation dieser Patientinnen in Österreich evaluiert werden.

Methodik:

Mittels quantitativer Fragebogenerhebung wurden 24 Magenband- (LAGB) und 12 Magenbypass- (RYGB) Patientinnen, die nach der Operation ein Kind zur Welt gebracht hatten, befragt. Es wurde der Gewichtsverlauf vor, während und nach der Schwangerschaft festgestellt sowie das Einnahmeverhalten von Supplementen erfragt. Außerdem wurde die Zeitspanne zwischen Operation und Schwangerschaft und das Geburtsgewicht der Neugeborenen erhoben. Ferner wurden im Rahmen einer qualitativen Befragung zwei Diätologinnen zur diätologischen Betreuungssituation dieser Patientengruppe interviewt.

Ergebnisse:

Es wurde kein signifikanter Unterschied in der Gewichtszunahme von LAGB- und RYGB-Patientinnen während der Schwangerschaft gezeigt (p=0,642). Ebenso konnte aufgrund der geringen Stichprobengröße kein signifikanter Unterschied in der Gewichtszunahme nach LAGB mit und ohne Bandweiterstellung festgestellt werden (p=0,212). Beinahe die Hälfte (48,6 %) aller Patientinnen wies eine Gewichtszunahme über den Empfehlungen (Rasmussen KM. & Yaktine AL., 2009)  auf. In der Einnahme von Supplementen konnte insgesamt eine geringe Compliance festgestellt werden, die sich durch das Bekanntwerden der Schwangerschaft nicht signifikant verändert hat (p=0,146). Das Geburtsgewicht der Neugeborenen lag bei 92 % im Normalbereich (DIMD – ICD-10-GM Version 2012, 2012). Bezüglich der Betreuung dieser Patientinnen in Österreich wurde eine unterschiedliche Intensität festgestellt.

Schlussfolgerungen:

In der diätologischen Betreuung dieser Patientengruppe ist auf eine ausreichende Nährstoffversorgung und die Einnahme von Supplementen, speziell während der Schwangerschaft, zu achten. Außerdem soll eine angemessene Gewichtszunahme während der Schwangerschaft angestrebt und rechtzeitig interveniert werden.

Literatur:

DIMDI - ICD-10-GM Version 2012. (2012). Abgerufen am 13. Mai 2012 von http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2012/block-p05-p08.htm

Rasmussen K. M. & Yaktine A. L. (2009); Committee to Reexamine IOM Pregnancy Weight Guidelines. Institute of Medicine; National Research Council.

Schultes, B., Ernst, B. & Thurnheer, M. (2010). Bariatrische Chirurgie und Schwangerschaft. Schweiz Med Forum, (17), 304-307.

Verband der Diätassistenten & Hellbardt, M. (2011). Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie ein diättherapeutischer Leitfaden für die Betreuung und Beratung von adipösen Erwachsenen im Rahmen der interdisziplinären prä- und. Lengerich;Berlin;Bremen;Miami  Fla.;Riga;Viernheim;Wien;Zürich: Pabst Science Publ.