Elektronische Einkaufshilfen für den Kauf von Lebensmitteln aus diätologischer Sicht

Bachelor Studiengang Diätologie

Michael Lienbacher, BSc (Jg. 2010/2013)

Betreuerin: FH-Prof. Mag. Dr. Jutta M. Möseneder

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen des 51. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V., Paderborn (D), 12.-14.3.2014

Abstract

Hintergrund:

In den letzten Jahrzehnten nehmen neue Informations- und Kommunikationstechnologien verstärkt Einfluss auf die Gesundheit und Ernährung von Menschen (Europäische Kommission, 2012; Bundesministerium für Gesundheit, 2012), auch beim Kauf von Lebensmitteln (Wolfram, 2008; Loebbecke, 2007). Dieses Thema ist von besonderem Interesse, da die Auswahl der richtigen Lebensmittel beim Einkauf, die Basis für eine gesunde Ernährung darstellt (DGE, 2011).

„Elektronische Einkaufshilfen“ unterstützen Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf von Lebensmitteln (Ahearne & Rapp, 2010, S. 115), indem zusätzliche Informationen zu Produkten oder Dienstleistungen mit Hilfe von technischen Hilfsmitteln (Smartphone, Tablett-PC, etc.) bereitgestellt werden, oder der Einkauf auf andere Art (schnellere Abwicklung, etc.) erleichtert wird (Rudolph & Emrich, 2009, S. 267; Loebbecke, 2007, S. 231).

Forschungsfrage:

Da diese bislang kaum aus diätologischer Sicht betrachtet wurden (siehe bspw. Hebden, Cook, van der Ploeg & Allman-Farinelli, 2012; Luo, Jin & Li, 2009) lautet die Forschungsfrage der BAC 1: Wie sind elektronische Einkaufshilfen für den Lebensmittelkauf aus diätologischer Sicht zu bewerten?

Methodik:

Eine hermeneutische Literaturrecherche lieferte insgesamt 13 elektronische Einkaufshilfen für den Kauf von Lebensmitteln, die sich zum Teil noch im Prototypen-Stadium befinden. Diese wurden im Anschluss aus diätologischer Sicht mit einem selbst entwickelten Erhebungsraster bewertet. Keine elektronische Einkaufshilfe besitzt sehr hohen oder hohen möglichen diätologischen Nutzen, drei mittleren möglichen diätologischen Nutzen (APP, intelligenter Kühlschrank, Homepage). Drei weitere haben möglicherweise Zukunftspotential und die restlichen sieben elektronischen Einkaufshilfen besitzen keinen möglichen diätologischen Nutzen.

Im Anschluss daran wurden insgesamt fünf qualitative Expertinneninterviews durchgeführt, um den möglichen diätologischen Nutzen von im Berufsalltag stehenden Diätologinnen bewerten zu lassen (= BAC 2). Laut Expertinnenmeinung weisen mehr elektronische Einkaufshilfen einen möglichen diätologischen Nutzen auf als nach Ansicht des Autors. Auf der anderen Seite wiesen die Expertinnen auch auf Herausforderungen bei der Implementierung, wie zum Beispiel fehlendes Technik Know-How der Patientinnen und Patienten, hin.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse dieser Bachelorarbeit zeigen, dass elektronische Einkaufshilfen gesunden wie kranken Personen zwar den Lebensmitteleinkauf erleichtern können, ein möglicher diätologischer Nutzen ist zurzeit nur eingeschränkt möglich. Für Diätologinnen und Diätologen könnten elektronische Einkaufshilfen möglicherweise in Zukunft als Unterstützung bei der ernäh-rungsmedizinischen Beratung und/oder Therapie dienen. Der Handel könnte verstärkt Diätologinnen und Diätologen in die Entwicklungstätigkeit elektronischer Einkaufshilfen einbeziehen.

Michael Lienbacher, BSc hat seine Bachelorarbeit auf dem Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. präsentiert.