Ernährungstherapie und Essverhalten bei Polyzystischem Ovarialsyndrom

Bachelor Studiengang Diätologie

Judith Prückler, BSc (Jg. 2009/2012)

Betreuerin: FH-Prof. Mag. Dr. Gabriele Leitner

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen des 30. Ernährungskongress des Verbandes der Diätologen Österreichs, Wien, 7.-8.3.2013

Abstract

Einleitung:

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist die womöglich häufigste endokrine Störung prämenopausaler Frauen (Azziz et al., 2004). Es ist mit einer Beeinträchtigung des Hormonhaushalts, der Fertilität sowie mit Insulinresistenz (Franks & Joharatnam, 2010) und Adipositas (Azziz et al., 2004) verbunden. Dabei verstärkt Adipositas den negativen Effekt auf die Fertilität.

Zielsetzung:

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, einen Überblick über ernährungstherapeutische Ansätze zu geben. Zur Planung diätologischer Interventionen müssen Ernährungsweise, Gewichtsverlauf und Einflüsse auf das Essverhalten der Patientinnen untersucht werden.

Methodik:

Zu diesem Zweck haben zwischen Dez. 2011 und Mai 2012 infertile Frauen (n=24) mit und ohne PCOS Fragebögen an einer Kinderwunschambulanz ausgefüllt.

Ergebnisse:

Es konnte gezeigt werden, dass der BMI (Median) der untersuchten PCOS-Patientinnen zwischen Auftreten des Kinderwunsches (21,6 kg/m², 1,9 IQR) und Ambulanzeintritt (21,6 kg/m², 2,3 IQR) zwar konstant blieb, jedoch während der Behandlung auf 22,1 kg/m² (3,7 IQR) anstieg. Es zeigte sich, dass je häufiger Frauen mit PCOS aufgrund äußerer Reize/Emotionen essen, desto öfter leiden sie unter Heißhunger (r=0,608). Ein subjektiv schlechteres Hunger/ Sättigungsgefühl korreliert ebenfalls mit der Heißhungerhäufigkeit (r=0,576), aber auch mit dem BMI (r = 0,376). Letzteres könnte auf veränderte Hunger-/Sättigungshormonspiegel zurückzuführen sein, was auch eine erhöhte Nahrungsaufnahme und somit Übergewicht bedingen könnte. Die meisten Patientinnen hielten sich nicht an die Vorgaben einer gesunden Ernährung. 54,5 % waren sich nicht bewusst, dass Ernährung das Syndrom beeinflussen könne. Ebenso viele würden eine Ernährungsberatung gerne in Anspruch nehmen.

Schlussfolgerungen:

Für die diätologische Praxis kann der Schluss gezogen werden, dass gerade während der ambulanten Kinderwunschbehandlung Ernährungstherapie indiziert ist. Damit sollen Gewichtszunahmen eingedämmt und die Nährstoffversorgung für die erwünschte Schwangerschaft optimiert werden.