Ernährungsverhalten und Lebensmittelauswahl weiblicher Personen eineinhalb bis zweieinhalb Jahre nach erfolgter Magenbypass-Operation

Bachelor Studiengang Diätologie

Kopeinig Isabella, BSc (Jg. 2010/2013)

Betreuerin: Mag. Elisabeth Farmer

  • Präsentation der Bachelorarbeit (Women´s Dietary Habits and Food Choices 1.5 to 2.5 Years after Gastric Bypass Surgery) im Rahmen des 12. Internationalen Obesity Surgery Expert Meeting, Salzburg, 9.-11. März 2014

Abstract

Hintergrund:

In Österreich sind laut Body Mass Index (BMI) Klassifikation rund 15 % der Männer und 10 % der Frauen adipös. Sowohl in Bezug auf das Körpergewicht, als auch auf das Körperfett ist ein österreichweites Ost-West-Gefälle erkennbar (Elmadfa et al., 2012). Die steigende Prävalenz adipöser Menschen führt auch zu einer wachsenden Zahl an durchgeführten bariatrischen Operationen, wodurch sich für die Diätologie ein immer größer werdendes Tätigkeitsfeld ergibt, um eine langfristige und gesunde Gewichtsabnahme zu unterstützen.

Methodik:

Anhand eines leitfadengestützten Experteninterviews konnte in einer qualitativen Befragung von sieben Frauen, eineinhalb bis zweieinhalb Jahre nach erfolgter Magenbypass-Operation, untersucht werden, wie sich das Essverhalten und die Lebensmittelauswahl nach der Intervention verändern. Zudem wurden auftretende Komplikationen, Einnahme von Supplementen und Unverträglichkeiten verschiedener Nahrungsmittel erfragt. Die gewonnen Erkenntnisse sollen vor allem der Umsetzung in der diätologischen Praxis dienen und die Wichtigkeit einer lebenslangen Nachsorge darstellen.

Ergebnisse:

Vor allem das Erlernen eines veränderten und gesunden Essverhaltens ist ein wichtiger Teil zur Vermeidung von Komplikationen und zur Erreichung einer erfolgreichen Gewichtsreduktion (Mechanick et al., 2008, S. 17ff). Etwa die Hälfte der Probandinnen versuchen seit der Operation bewusst auf eine gesündere Lebensmittelauswahl mit mehr Obst und Gemüse zu achten. Es konnte zudem gezeigt werden, dass einige der operierten Frauen ihr Ernährungsverhalten nur dahingehend verändert haben, dass sie bewusst auf bestimmte Lebensmittel und Zubereitungsarten verzichten, weil sie diese schlechter vertragen und Komplikationen wie Erbrechen oder Dumping Syndrome auftreten. Es konnten keine pauschalen Unverträglichkeiten von Nahrungsmittel identifiziert werden, da dies unter den Studienteilnehmerinnen individuell unterschiedlich ist. Die Mahlzeitengröße mussten alle Probandinnen aufgrund des verringerten Magenvolumens verkleinern.

Die untersuchte Stichprobe war jedoch zu klein und nicht repräsentativ, um die Erkenntnisse auf die Allgemeinheit abzuleiten, wodurch weiterführende Untersuchungen an einer größeren Studiengruppe erforderlich sind.

Schlussfolgerung:

Aufgrund der Ergebnisse zeigt sich, dass der Fokus auf eine bindende, regelmäßige diätologische und ärztliche Nachsorge gelegt werden sollte, damit eine langfristige Gewichtsreduktion mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gewährleistet werden kann.

Isabella Kopeinig, BSc hat ihre Bachelorarbeit auf der 29. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft e.V. präsentiert.

Literatur:

Elmadfa, I., Hasenegger, V., Wagner, K., Putz, P., Weindl, N.-M., Wottawa, D., … Rieder, A. (2012). Österreichischer Ernährungsbericht 2012. (Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien, Ed.) (1. Auflage). Wien: Eigenverlag des Bundesministeriums für Gesundheit.

Mechanick, J. I., Kushner, R. F., Sugerman, H. J., Gonzalez-Campoy, J. M., Collazo-Clavell, M. L., Guven, S., … Brolin, R. (2008). Executive Summary of the Recommendations of the American Association of Clinical Endocrinologists, the Obesity Society, and American Society for Metabolic & Bariatric Surgery Medical Guidelines for Clinical Practice for the Perioperative Nutritional, Metabolic, and Nonsurgical Support of the Bariatric Surgery Patient.14(3), 318–336.