Ernährungswissen von Eltern mit/ohne Migrationshintergrund zu einer bedarfsgerechten Kleinkindernährung und dem Obst- und Gemüsekonsum von Kleinkindern aus Bonn

Bachelor Studiengang Diätologie

Elisa Ganahl, BSc (Jg. 2009/2012)

Betreuerin: FH-Prof. Barbara Kohlmaier, MSc

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen des 50. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn (D), 20.-22.3.2013

Abstract

Einleitung:

Die GRETA-Studie zeigt, dass Kleinkinder ausreichend Obst, aber zu wenig Gemüse verzehren. Bei Kindern aus der oberen Schicht ist der Verzehr pflanzlicher Lebensmittel tendenziell höher als bei Kindern aus der unteren sozialen Schicht (Hilbig et al., 2011, S. 224ff). Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund befinden sich gehäuft in einer sozial benachteiligten Lage (Razum et al., 2008, S. 130).

Zielsetzung:

Daher wurde die Fragestellung untersucht, ob der Obst- und Gemüsekonsum von Kleinkindern sowie das Ernährungswissen von Eltern zu einer bedarfsgerechten Kleinkindernährung migrationsspezifische Unterschiede aufweist.

Methodik:

In dieser Studie wurden Eltern von 1-3 Jährigen Kleinkindern (n = 77) aus Bonn (D) mittels Fragebogen (deutsch und türkisch) zur Verzehrshäufigkeit von Obst und Gemüse ihrer Kleinkinder und zum Ernährungswissen über eine bedarfsgerechte Kleinkindernährung befragt. Anhand von 10 Fragen zu u. a. der Bedeutung von jodiertem Speisesalz und pflanzlichem Öl wurde der Wissensstand untersucht. Die Auswertung der Daten erfolgte mittels SPSS® Statistics Version 19.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Konsum von Obst und Gemüse zwischen Kleinkindern mit/ohne Migrationshintergrund nicht signifikant (Obst p = 0,59 / Gemüse p = 0,92) unterscheidet. Die mediane Zufuhr beträgt 2- bis 3-mal pro Tag Obst und 1-mal pro Tag Gemüse. Die Ergebnisse in Bezug auf das Ernährungswissen der Eltern weisen auf einen signifikanten (p = 0,005) Unterschied in Abhängigkeit eines vorhandenen Migrationshintergrundes hin. Nicht-Migrant/inn/en weisen mit 44,6 einen höheren mittleren Rang der Gesamtpunktezahl auf, als Migrant/inn/en mit einem Rang von 30,2. Wissensdefizite wurden in beiden Untersuchungsgruppen v. a. zur empfohlenen Milchmenge von Kleinkindern sowie zum Bekanntheitsgrad der Optimierten Mischkost optimiX® festgestellt. Die Frage zur Relevanz der Menge an verwendetem pflanzlichen Öl sowie die Frage, ob eine tägliche Gabe von Fleisch für Kleinkinder geeignet ist, wurden überwiegend von Migrant/inn/en falsch beantwortet.

Schlussfolgerungen:

In dieser Studie zeigte sich ein Bedarf für gezieltere Ernährungsinformationen für Eltern mit, aber auch für Eltern ohne Migrationshintergrund. Neben weiteren Untersuchungen zum Wissenstand ist die Entwicklung von Strategien, wie Eltern einen besseren Zugang zu praktischem Ernährungswissen erhalten können, erforderlich

Literatur:

Hilbig, A., Alexy, U., Drossard, C. & Kersting, M. (2011). GRETA: Ernährung von Kleinkindern in Deutschland. Aktuelle Ernährungsmedizin, 36, 224-231. doi:10.1055/s-0031-1276869

Razum, O., Zeeb, H., Meesmann, U., Schenk, L., Bredehorst, M., Brzoska, P., Dercks, T., Glodny, S., Menkhaus, B., Salman, R., Saß, A. C. & Ulrich, R. (2008). Schwerpunktbericht der Gesundheitsberichterstattung des Bundes - Migration und Gesundheit. Berlin: Robert Koch-Institut.