Körperschema und Diätverhalten: Unterschiede zwischen realer und wahrgenommener Körperform in Bezug auf das Körpergewicht und im Zusammenhang mit dem Diätverhalten von Jugendlichen

Bachelor Studiengang Diätologie

Silvia Gimplinger, BSc (Jg. 2008/2011)

Betreuerin: FH-Prof. Daniela Wewerka-Kreimel, MBA

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung 2011 (60 Jahre ÖGE), Wien, 19.-21.10.2011
  • Bachelorarbeit wurde mit dem 2. Platz des Nestlé HealthScience Award 2012 prämiert

Abstract

Einleitung:

Die Prävalenz von übergewichtigen und adipösen Jugendlichen ist stark angestiegen (Wabitsch & Kunze, 2009, S.13). Gegensätzlich wird von der Gesellschaft ein untergewichtiger Körper als Schönheitsideal angesehen (Stier & Weissenrieder, 2006, S. 23). Da ein Großteil der Jugendlichen versucht, diesem Idealbild durch gewichtssenkende Maßnahmen zu entsprechen, steigt die Unzufriedenheit mit der eigenen Körperform (Marlok & Weiss, 2006, S. 353f). Dadurch kann eine verzerrte Körperformwahrnehmung entstehen (Kasper & Burghardt, 2009, S. 461).

Zielsetzung:

In dieser Arbeit soll geklärt werden, wie sich das Körpergewicht auf die Beurteilung der Körperform und auf das Diätverhalten auswirkt. Dadurch soll der Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und der Bewertung der Körperform bzw. der Körpergewichtsreduktion untersucht werden.

Methodik:

Durch eine quantitative Befragung mittels Fragebogen und der Erhebung von Körpergewicht, Körpergröße und Taillenumfang (TU) wurde das Thema empirisch untersucht. Die Grundgesamtheit stellten 180 Oberstufengymnasiast/inn/en im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren dar, wobei 69 Mädchen und 48 Jungen den Fragebogen korrekt ausfüllten (n = 117). Nominal skalierte Variablen wurden anhand von Kreuztabellen verglichen und durch den chi² Test nach Pearson auf signifikante Abweichungen geprüft. Die Stärke des Zusammenhangs wurde durch den Kontingenzkoeffizient (C) nach Pearson berechnet.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen einen höchst signifikanten (p ≤ 0,000) Zusammenhang zwischen dem Gewicht und der Körperformwahrnehmung (C = 0,649). Acht von elf Übergewichtigen nehmen sich als normalgewichtig wahr und keine/r der adipösen Jugendlichen bezeichnet sich als „dick“. Der signifikante (p = 0,023) Zusammenhang des Gewichts mit der Gewichtsreduktion ist schwach (C = 0,334). Es haben dennoch 82 % der übergewichtigen und 80 % der adipösen Schüler/innen versucht, Gewicht abzunehmen. Diese Ergebnisse widersprechen sich, da sich der Großteil der übergewichtigen Jugendliche nicht als „rundlich“ betrachtet, aber schon Gewicht reduzieren wollte.

Schlussfolgerungen:

Inwieweit hier das gesellschaftliche Schönheitsideal bzw. andere Faktoren einwirken, sollte durch weitere Studien analysiert werden.