Status quo Erhebung: Essensversorgung und Mangelernährung in österreichischen Pflege- und Seniorenheimen

Bachelor Studiengang Diätologie

Tina Schwingenschlögl, BSc (Jg. 2010/2013)

Betreuerin: FH-Prof. Barbara Kohlmaier, MSc

  • Präsentation der Bachelorarbeit im Rahmen des Forums für Geriatrie und Gerontologie, Bad Hofgastein, 13.-16. März 2014

Abstract

Einleitung:

Das Alter der ÖsterreicherInnen steigt laufend. Laut Statistik Austria (Stand: 14. September 2012) wird sich der Anteil der über 65-Jährigen in Österreich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2050 fast verdoppelt haben. Mangelernährung spielt vor allem bei Älteren eine wesentliche Rolle. Zahlreiche Altersveränderungen, Multimorbidität und hohe Medikamenteneinnahme führen zu einem verminderten Appetit und erschweren eine ausreichende Ernährung (Council of Nutrition Europe, 2010; Volkert & Sieber, 2011). Mangelernährung stellt ein wesentliches Thema in Pflegeheimen dar. Eine frühzeitige Erkennung einer Malnutrition wäre wünschenswert, da die Behandlung einer schweren Mangelernährung umfangreicher und kostenintensiver ist (Council of Europe, 2009, S. 28ff; British Association for Parenteral and Enteral Nutrition [BAPEN], 2012). Einige Empfehlungen zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung liegen vor (Volkert, 2008; Arbeitsgemeinschaft für Klinische Ernährung [AKE], 2010).

Zielsetzung:

Ziel der vorliegenden empirischen Arbeit ist es, festzustellen wie die Empfehlungen und Leitlinien zur Erkennung und Behandlung von Mangelernährung in den österreichischen Pflege- und Seniorenheimen umgesetzt werden.

Methodik:

Die vorliegende Arbeit stellt eine nicht invasive Querschnittstudie dar. Die Datenerhebung erfolgte im Rahm des Projektes „GeriaNutrition“ mittels Fragebogen hinsichtlich der Verpflegungssituation und der Mangelernährungserhebung und -behandlung. Der Befragung wurde an 625 Pflege- und Seniorenheime in Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Steiermark, Salzburg und Kärnten durchgeführt. In die Auswertung konnten die Daten von 227 Heimen miteinbezogen werden.

Ergebnisse:

Die statistische Datenauswertung ergab, dass ca. die Hälfte der Befragten Mangelernährung sowohl bei der Aufnahme und in Folge jeden Monat erheben. In zwölf der befragten Heime wird nie auf ein Mangelernährungsrisiko untersucht.

Zur Ermittlung von Mangelernährung werden Großteils das Gewicht (74 %), sowie der Gewichtsverlauf (68 %) herangezogen. Andere Parameter wie Screening-Tools (48 %) oder klinische Parameter (7 %) werden seltener in die Beurteilung eines Mangelernährungsrisikos miteinbezogen.

Schlussfolgerungen:

Ein standardisiertes Vorgehen, das sich anhand der vorhandenen Leitlinien und Empfehlungen orientiert wäre wünschenswert. Ebenso sollten DiätologInnen in einen standardisierten Ablauf zur Ermittlung von Mangelernährung eingeplant werden. Da sie laut den vorliegenden Daten, zu einer besseren Umsetzung der Empfehlung, bezüglich Mangelernährung in Pflege- und Seniorenheimen beitragen können.

Literatur:

Arbeitsgemeinschaft für Klinische Ernährung (AKE). (2010). Konsensustatement GERIATRIE Empfehlungen für die Ernährung des Älteren Menschen in der Langzeitpflege (2010. Aufl.). Wien.

British Association for Parenteral and Enteral Nutrition (BAPEN). Introduction to Malnutrition. Abgerufen 8. Januar 2013, von http://www.bapen.org.uk/about-malnutrition/introduction-to-malnutrition?showall=&limitstart=

Council of Europe. (2009). Nutrition in care homes and home care. Frankreich, Straßburg: Council of Europe.

Statistik Austria. Bevölkerungsprognosen - Österreich. Abgerufen 3. November 2012, von http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/demographische_prognosen/bevoelkerungsprognosen/index.html

Volkert, D., & Sieber, C. (2011). Mangelernährung in der Geriatrie. Aktuelle Ernährungsmedizin, 36(03), 175–190. doi:10.1055/s-0030-1266115

Volkert, D. (2008). Leitfaden zur Qualitätssicherung der Ernährungsversorgung in geriatrischen Einrichtungen. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 42(2), 77–87. doi:10.1007/s00391-008-0524-0