Instabiles Sprunggelenk? Verschieden Tape-Techniken im Vergleich

Bachelor Studiengang Physiotherapie

Monika Schinnerer, BSc (Jg. 2013/2016)

Betreuerin: FH.Prof. Barbara Wondrasch, PT, PhD

Abstract

Einleitung:

Ligamentäre Verletzungen des Sprunggelenks gehören zu den häufigsten Verletzungsformen im Sport und spielen somit in der physiotherapeutischen Behandlung eine bedeutende Rolle. Die Effekte des Tapings werden in der vorhandenen Literatur kontrovers diskutiert. Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich daher mit dem chronisch instabilen Sprunggelenk und den unterschiedlichen Möglichkeiten der Tape-Versorgung mit verschiedenen Tape-Materialien. Es werden die Unterschiede zwischen unelastischem Tape, elastischem Tape und Placebotape auf die funktionelle Leistungsfähigkeit sowie das subjektive Sicherheitsgefühl der ProbandInnen untersucht. Die Hypothese der Studie ist, dass die Anlage eines elastischen oder unelastischen Tapes im Vergleich zum Placebotape bessere Ergebnisse erzielt.

Methodik:

In der randomisiert kontrollierten Studie wurden gesamt 18 ProbandInnen gemessen, welche vor der Testdurchführung in die drei Gruppen unelastisches, elastisches und Placebotape randomisiert zugeteilt wurden. Bei der Messung wurde nach der jeweiligen Tape-Anlage der Star Excursion Balance Test (SEBT) sowie der Figure of Eight-Hop-Test (FOEHT) von den ProbandInnen absolviert. Nach der Testdurchführung schätzten die ProbandInnen das subjektive Sicherheitsgefühl mit der jeweiligen Tape-Anlage auf einer Skala von eins (=sehr sicher) bis fünf (=sehr unsicher) ein. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS, wobei eine statistische Signifikanz ab einem p-Wert von 0,05 gewertet wurde.

Ergebnisse:

Es konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei verschiedenen Tape-Gruppen beim SEBT sowie beim FOEHT festgestellt werden. Auch bezüglich des Sicherheitsgefühls waren keine signifikanten Unterschiede zu erkennen. Beim Vergleich der Mittelwerte kann folgende Aussage getroffen werden: beim SEBT erzielte das elastische Tape und das Placebotape bei den klinisch relevanten Richtungen (Anterior-Medial, Medial und Posterior-Medial) die besten Weiten. Beim FOEHT war das elastische Tape knapp vor dem unelastischen Tape, beim subjektiven Sicherheitsgefühl konnte das unelastische Tape die besten Ergebnisse erzielen.

Schlussfolgerung:

Um ein möglichst gutes Outcome zu garantieren, sollte die Anlage eines Tapes immer an die Bedürfnisse der PatientInnen und SportlerInnen angepasst werden. Einerseits ist es mit Sicherheit eine hilfreiche Zusatzmaßnahme bei PatientInnen mit chronischer Instabilität im Sprunggelenk, andererseits bedarf es aber noch weiterer Studien, um genauere Empfehlungen abgeben zu können.

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