Facebook Watchdog

#Information Security (MA) #Institut für IT Sicherheitsforschung

Studierende des Studiengangs Information Security beschäftigen sich, im Rahmen der Lehrveranstaltung „Forschungswerkstatt“, mit der Erkennung von Cyber-Bedrohungen wie Cyber-Mobbing und Online Grooming in sozialen Netzwerken. Ziel ist dabei eine Machbarkeitsanalyse und die Entwicklung eines Konzeptes, um solche Angriffe automatisiert zu erkennen. Dafür werden geeignete technische Verfahren zur Text- und Bildanalyse auf ihre Einsatzfähigkeit untersucht und zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.

  • Projektleitung:
  • Externe MitarbeiterInnen:
    Christoph Graf
    Klaus Hammerschmid
    Georg Smejkal
    Marion Haller
    Anton Moser
    Ulrich Koinig
    Daniel Frühwirth
    Lukas Rath
    Edin Alic
  • Laufzeit:
    01.02.201401.02.2016
  • Projektstatus:
    abgeschlossen
Facebook Watchdog

Soziale Netzwerke wie Facebook gewinnen immer mehr an Bedeutung. Inzwischen nutzen Milliarden von Nutzer und Nutzerinnen Facebook, darunter 3 Millionen Österreicher und Österreicherinnen. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche, die mittlerweile mit technischen Medien aufwachsen und dadurch den tagtäglichen Umgang mit medialen Technologien, privat wie für die Schule, gewohnt sind. Laut JIM-Studie 2012 besitzen alle Haushalte, in denen 12 bis 19 Jährige leben, als Grundausstattung Computer und/oder Laptops mit Internetzugang. 96% der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzen zusätzlich ein eigenes Handy.
Soziale Netzwerke bieten Kindern und Jugendlichen die Chance, sich untereinander zu vernetzen, zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Neben den vielen Vorteilen, die soziale Netzwerke bieten, bergen sie aber auch Gefahren.

Aktuelle Fälle von Cyber-Mobbing und Grooming zeigen, dass die Sorgen der Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder im Netz nicht unberechtigt sind. Eine Studie der Public-Relations-Agentur Ecker & Partner postuliert sogar, dass Kinder und Jugendliche im Internet stärker als alle anderen Attacken ausgesetzt und dadurch besonders stark von persönlichen Angriffen betroffen sind. Im Jahr 2010 führte ein Fall von Cyber-Mobbing zum Freitod eines 13-Jährigen Schülers, als Unwahrheiten über seine Person auf der Pinnwand seines Facebook-Profils veröffentlicht wurden. Aus Angst vor den Reaktionen seiner Mitschüler und Mitschülerinnen und daraus folgender sozialer Isolation beging er Suizid. Neben Cyber-Mobbing häufen sich Fälle von Online Grooming, einer weiteren Gefahr für Kinder und Jugendliche im Netz. Ende 2012 wurde ein mutmaßlicher 32-Jähriger Täter, der sich unter falscher Identität über ein soziales Netzwerk minderjährigen Mädchen annäherte, festgenommen. Dieser steht unter Verdacht eines der Mädchen sexuell missbraucht zu haben.

Um diese Gefahren und Probleme zu reduzieren, ist es notwendig Kinder und Jugendliche vorzubereiten bzw. Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese vor solchen Gefahren zu schützen und ein bewusstes und verantwortungsvolles Agieren in sozialen Netzwerken zu stärken, das präventiv wirkt. Da es sich bei Facebook um ein Abbild des Lebens junger Menschen handelt, wird in dem Projekt davon ausgegangen, dass man durch Analyse und Monitoring der Profile sowohl Gefahren wie Cyber-Mobbing oder Online-Grooming als auch Folgen von physischen oder psychischen Missbrauch detektieren kann. Heranwachsende posten oftmals Hilferufe auf der Plattform, die auf Essstörungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch oder auch Selbstmordgedanken deuten.
Daher ist es notwendig Mittel und Verfahren zu entwickeln, die es ermöglichen, Kinder und Jugendliche im Netz zu schützen, ohne ihnen das Gefühl „kontrolliert zu werden“ zu geben. Genau hier setzt das Projekt Facebook Watchdog an.