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Goldmedia-Preis 2020 verliehen

Gleich 2 Preisträger*innen des kürzlich vergebenen Goldmedia-Preises kommen aus der FH St. Pölten. Bewerbungen für den Preis 2021 laufen bereits

Goldmedia-Preis 2020 verliehen
Goldmedia: 2 Preisträger*innen kommen aus der FH St. Pölten
Copyright: Jestl Alexander, Hagleitner Raffael

Wir freuen uns über zwei Auszeichnungen im Rahmen des Goldmedia-Preises für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft. Goldmedia hat diesen Preis im Frühjahr 2021 zum fünften Mal vergeben. Er soll medienwirtschaftliche Forschungsthemen fördern und herausragende Arbeiten mit brandaktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen würdigen.

Aufgrund der Vielzahl und des hohen Niveaus der eingereichten Arbeiten wurden neben den drei Hauptpreisen zusätzlich fünf Abschlussarbeiten mit einer Urkunde ausgezeichnet, unter ihnen gleich zwei der Fachhochschule St. Pölten: die Arbeiten von Stefanie Haag, Absolventin des Bachelor Studiengangs Medienmanagement, und Alexander Jestl, Absolvent des Masterlehrgangs Film, TV und Media.

Wir gratulieren herzlich!

    Preisträger Alexander Jestl

    "Die vielen Lockdowns im vergangenen Jahr haben für mich ein Positives: Die ganze überschüssige Energie floss in meine Masterthese – jetzt bin ich stolz, dass diese intensive Zeit Anerkennung beim Goldmedia-Preis findet!", freut sich Alexander Jestl über die Auszeichnung.

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    Masterthesis kurz gefasst

    Die Masterthesis "Die Design Fiction Journey als Methode für Kreativworkshops in Unternehmen" entwickelt auf Basis der Design Fiction ein anwendungsorientiertes Tool für die Creative Industries. Design Fiction stellt die Konzeption fiktiver Prototypen ins Zentrum. Rund um die fremdartigen Objekte werden Szenarien entworfen, die den Weg in eine wünschenswerte Zukunft weisen.

    Jestls Arbeit ist die Umsetzung der Designpraxis als Workshop, innerhalb dessen kreative Konzeptionen durch Perspektivenwechsel zu neuen Lösungen führen.

    "Das neue Konzept – die Design Fiction Journey – wurde als experimentelle Entwicklung umgesetzt, dabei wurde Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten zu einer neuen Methode verbunden", erklärt Jestl. "Strukturen aus der Zukunftsforschung, dem Storytelling bzw. der Dramaturgie wurden mit den aktuellen Erkenntnissen der Methode Design Fiction verknüpft."

    Studium & Karriere

    Alexander Jestl hat sich als Gestalter von visuellen Medien selbstständig gemacht, über seine Zeit an der FH St. Pölten sagt er: "Der Masterlehrgang Film, TV & Media verbindet abwechslungsreich Theorie und Praxis und gibt einen tollen Überblick über die gesamte Filmbranche in Österreich. Auch durch die unterschiedlichen fachlichen Disziplinen und Vorstudien meiner Mitstudierenden entstanden während meines Studiums viele interessante Projekte."

    Preisträgerin Stefanie Haag

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    Bachelorarbeit kurz gefasst

    Stefanie Haags Bachelorarbeit "Roboterjournalismus: Auswirkungen, Zukunft und Potenziale für österreichische Redakteur*innen und Nachrichtenredaktionen" analysiert ob "Roboter" die journalistischen Tätigkeiten von Redakteur*innen, speziell in Österreich, übernehmen können. Ein weiterer Schwerpunkt war es, aufzuzeigen, wie sich die Arbeit von Redakteur*innen durch Algorithmen verändern würde.

    Der Einsatz von Roboterjournalismus oder "Automated Journalism" in Nachrichtenredaktionen nimmt zu. Bislang wird die Automatisierung in ausgewählten Bereichen wie etwa Sport, Wetter und Finanzen eingesetzt – also in Ressorts, bei denen entsprechende Daten als Grundlage verfügbar sind – ohne allerdings Rezipient*innen dabei zu vernachlässigen. Bei Sportbeiträgen etwa ist die Glaubwürdigkeit bei automatisiert generierten Texten sogar signifikant höher als bei human generierten Artikeln.

    Auf Basis von Expert*innen-Interviews kommt Stefanie Haag zu dem Schluss, dass automatisierte Texterstellung (noch) nicht ohne den Menschen auskommt. Roboter aber können vor allem eine schnelle, variierte Vervielfältigung von Templates ermöglichen und den Journalist*innen damit Routinetätigkeit abnehmen. Und: In Österreich sieht die Entwicklung von automatisierter Texterstellung derzeit jedenfalls positiv aus.

    Stefanie Haag sieht die Zukunft der journalistischen Human-Computer-Interaktion durchwegs positiv: "Roboterjournalismus stellt eine große Chance für viele Unternehmen dar, wird oder muss sich noch stark weiterentwickeln und ist dennoch keine Gefahr für Journalist*innnen – im Gegenteil."

    Studium & Karriere

    Sie selbst fühlt sich sehr gut auf das Berufsleben nach dem Studium vorbereitet. "Als Absolventin des Studienganges Medienmanagement kann ich mit vollster Überzeugung sagen, dass ich mich für eine sehr hochwertige Ausbildung und Fachhochschule entschieden habe. Die Bereiche Wirtschaft und Medien werden raffiniert in diesem Studiengang verknüpft."

    Goldmedia-Ausschreibung 2021 läuft

    Die Abschlussarbeiten aller Ausgezeichneten werden im April/Mai 2021 im Rahmen einer Artikelserie auf dem Goldmedia-Blog näher vorgestellt. Zudem können Sie alle Preisträger*innen 2020 hier finden.

    Die Jury achtete bei der Bewertung aller Einreichungen besonders auf die Aktualität der Forschungsergebnisse, die wissenschaftliche Methodik, den Innovationsgrad der Arbeit sowie auf das Nutzenpotenzial der Ergebnisse.

    Für unsere Absolvent*innen besonders interessant: Auch in diesem Jahr wird der Preis erneut ausgeschrieben, wir laden Sie herzlich ein, Ihre Arbeiten mit thematischem Bezug zu aktuellen medienökonomischen Fragestellungen ab sofort einzureichen.

    • Alle Ausschreibungsunterlagen finden sich auf der Goldmedia-Website. 
    • Bewerben kann man sich bis 30. September 2021.