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Smart Engineering im Corona-Semester

Studieren und Lehren in der Pandemie: Wie erlebte der duale Studiengang Smart Engineering die Krise? Wir haben nachgefragt

Ein normales Semester war das Sommersemester 2020 wahrlich nicht. Während der Corona-Pandemie wurde der Lehr- und Lernbetrieb an der FH St. Pölten auf Distance Learning umgestellt. 

Wir baten Thomas Felberbauer, Studiengangsleiter des Bachelor Studiengangs Smart Engineering, zum Interview und fragten nach, wie es ihm und seinen Studierenden mit der in kürzester Zeit notwendigen Umstellung auf Fernlehre gegangen ist.

Thomas Felberbauer erzählt ...

Am Dienstag, 10. März, um die Mittagszeit – wir waren gerade in einer Besprechung – kamen die überraschenden Nachrichten, dass in spätestens einer Woche kein Präsenzbetrieb mehr an den Fachhochschulen und Universitäten stattfinden darf. Die FH St. Pölten hat sich binnen eines Tages entschlossen, sofort auf diese Anforderung zu reagieren und alle Lehrveranstaltungen auf Fernbetrieb umzustellen.

Und wie erlebten die Studierenden im Bachelor Smart Engineering die Umstellung?

Wir haben unsere Lehrveranstaltungen laufend evaluiert. Es hat sich gezeigt: Unsere Studierenden waren sehr zufrieden mit der Umsetzung des Fernbetriebes und dem Krisenmanagement. Natürlich wurden auch einige Studierende in ihren Unternehmen in Kurzarbeit geschickt und hatten daher bei ihren Projekten in Partnerunternehmen mit Verzögerungen zu kämpfen. Aber auch darauf konnten wir schnell reagieren. Für uns Lehrende steht es außer Frage, auf betroffene Student*innen Rücksicht zu nehmen und ihnen mit Hilfestellungen, wie zum Beispiel Terminverlängerungen bei Abgaben oder auch Änderungen in den Projektzielen, entgegenzukommen.

Dennoch birgt jede Krise ihre Chance und so haben einige Student*innen, die mit ihren Projekten pausieren mussten, die Zeit sinnvoll genutzt, um bereits mit dem Schreiben an ihrer Bachelorarbeit zu beginnen. Für den dualen Studiengang hoffe ich natürlich, dass sich die Wirtschaft schnell erholt bzw. die Auswirkungen der Corona-Krise für den Herbst nicht zu gravierend sind.

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Wie hat sich die Krise auf Prüfungen ausgewirkt?

Auch der Prüfungsbetrieb musste nicht komplett ausgesetzt werden. Prüfungen, die nur in Präsenz stattfinden können, haben wir zunächst abgesagt. Jetzt werden sie Schritt für Schritt wieder eingeplant.  Dank hervorragender technischer Lösungen, wie Cisco Webex, Zoom, MS Teams und Jitsi, konnten sogar kommissionelle Prüfungen online durchgeführt werden.

Wie lief der Umgang mit Kolleg*innen in der Zeit des Lockdowns?

Wir haben natürlich auch intern Online-Meetings abgehalten, um den persönlichen Austausch aufrechtzuerhalten und soziale Bindungen, die unter Kolleg*innen sehr wichtig sind, nicht zu vernachlässigen.

Selbst die Einschulung neuer Mitarbeiter*innen konnte auf diese Weise gut gemeistert werden. Der Mixed-Betrieb, der jetzt gerade an der FH herrscht, gefällt mir schon viel besser. Vereinzelt können wir im Team wieder gemeinsam Mittagessen gehen. Und ich muss sagen: Ich habe das gemeinsame Mittagessen im Team sehr vermisst.

Welches Resümee zieht Felberbauer aus der Zeit der Krise?

Wir haben in sehr kurzer Zeit sehr viel gelernt. Positive Aspekte der Fernlehre sind natürlich der Wegfall jeglicher Anfahrtswege. Auch in Zukunft wollen wir versuchen, der Nachhaltigkeit, welche ein großes Thema an der FH ist, gerechter zu werden und den Online-Unterricht teilweise in einige Lehrveranstaltungen zu integrieren.

Dennoch ist der persönliche Kontakt vor allem in Kleingruppen durch nichts zu ersetzen und wir freuen uns alle, unsere Studierenden persönlich kennenzulernen. Das familiäre Umfeld im Studiengang Smart Engineering und an der FH St. Pölten ist mir persönlich extrem wichtig und ich sehe diesen als einen der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale. Hierfür ist der persönliche Kontakt zu unseren Studierenden natürlich unabdingbar.

Kurzum: Die Krise hat gezeigt, dass die FH schnell und unkompliziert auf Ausnahmesituationen reagieren kann. Und das ist gut so.

Werfen wir einen Blick ins Labor ...

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Dort treffen wir Christoph Braun, Assistent Lehre und Forschung für Smart Engineering. Er hat die Labors Fernlehre-fit gemacht.

Seine Bilanz fällt positiv aus: "Gerade in der Arbeit im Industrie 4.0-Labor oder im Elektronik-Labor haben wir durch den Fernlehre-Betrieb einige positive Aspekte erlebt. Zum Beispiel konnte das Thema Vernetzung während der Kommunikation übers Internet den Studierenden wirklich veranschaulicht werden. Auch bei den Laborübungen wurde die Digitalisierung besser wahrgenommen. Ich denke, durch die praxisnahe Demonstration sind die Lernergebnisse für die Studierenden umfangreicher ausgefallen."

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FH-Prof. Dr. Felberbauer Thomas, MSc

FH-Prof. Dr. Thomas Felberbauer, MSc

Studiengangsleiter Smart Engineering (BA) Department Medien und Digitale Technologien