Studierende bei Primärversorgungsdialog

1. Primärversorgungsdialog Niederösterreich

Im Rahmen ihres Projektes nahmen Studierende und Lehrende des Bachelor Studiengangs Soziale Arbeit am 1. Primärversorgungsdialog in Zeillern teil

In ihrem Projekt „Sozialarbeiterische Handlungskonzepte bei wiederholter Inanspruchnahme im Gesundheitswesen“ beschäftigen sich Studierende der Sozialen Arbeit intensiv mit der Weiterentwicklung der Primärversorgung in Österreich.

Unter der Leitung von Veronika Böhmer und Heinz Novosad besuchten auf Einladung des Österreichischen Forums Primärversorgung (OEFOP) Sie das 1. Primärversorgungsdialog Niederösterreich.

Probleme in der Primärversorgung

Hinter häufiger Inanspruchnahme des Gesundheitswesens stehen sehr oft organisatorische und menschliche Herausforderungen. In Extremfällen führt das zu mehreren Rettungseinsätzen und Kurzaufenthalten im Krankenhaus pro Woche.

Dahinter stecken unterschiedliche Problemlagen: Pflegende Angehörige die an ihre Grenzen gelangt sind, Menschen die Mobilitätsprobleme haben, Koordiniationsprobleme der BetreuerInnen, Alkohol- oder Drogenkonsum, oder soziale Situationen wie Einsamkeit. Studierende erforschen wie diese auch manchmal „Heavy Utilizers“ durch gezielte sozialarbeiterische Unterstützung und Intervention zu für sie besser passenden Hilfen kommen.

Christoph Redelsteiner, Studiengangsleiter Master Soziale Arbeit gab am Beginn der Veranstaltung einen Impuls zum Thema „Primärversorgung im Gemeinwesen – Gedanken zu Beteiligung, Kooperation, Prozessorientierung“, Rudolf Heschl einen Impuls aus Sicht eines Landarztes.

Unterschiedliche Positionen mit gemeinsamen Ziel

„Beim Primärversorgungsdialog kamen VertreterInnen unterschiedlicher Professionen zusammen, die trotz verschiedener Vorstellungen und Anliegen das gemeinsame Ziel einer umfassenden Primärversorgung miteinander verbindet“, so Sophie Gugler, Studierende und Teilnehmerin an der Veranstaltung. „Kooperation auf Augenhöhe und Vernetzung sind wesentliche Voraussetzungen für das Erreichen dieses Ziels.“

„Es ist eine Herausforderung, sich im gemeinsamen Fallverstehen einig zu werden“, ergänzt Katharina Korn, ebenfalls Teilnehmende am Studierendenprojekt. „Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, unsere Profession der Sozialen Arbeit selbstsicher in diese Debatte einzubringen. Ich freue mich auf weitere Vernetzungstreffen, bei denen wir dazu beitragen können, das Bewusstsein über die Soziale Arbeit allgemein zu schärfen.“

Zusammenarbeit ist keine Selbstverständlichkeit

„Der Primärversorgungsdialog zeigte auf, dass die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gesundheits- und Sozialberufe auf der Primärversorgungsebene keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eines Engagements und einer Bereitschaft aller Beteiligten bedarf“, so Veronika Böhmer, Leiterin des Projekts.

„In den Workshops konnten wir unter Laborbedingungen anhand von Fallgeschichten gemeinsame Schwerpunkte und Vorgehensweisen zu definieren und so die Zugänge und Sichtweisen der jeweils anderen Professionen erkennen. Das gemeinsame Ziel einer optimalen PatientInnenbetreuung und gleichzeitig auch einer größeren Arbeitszufriedenheit der ProfessionistInnen war dabei klar zu sehen.“

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