Die Phosphat-, Calcium- und Vitamin D-Zufuhr bei chronischer Nierenerkrankung sowie die Effizienz unterschiedlicher Phosphatbinder

Bachelor Studiengang Diätologie

Sabrina Liegl, BSc (Jg. 2017/2020) 

Betreuerin: FH-Prof. Mag.(FH) Heidemarie Ramler 

Abstract 

Einleitung:

Stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und arterielle Hypertonie spiegeln zwei der Hauptursachen von chronischen Nierenerkrankungen (CKD) wider. Bei Progression der CKD kommt es zu erheblichen Veränderungen im Mineralhaushalt. Häufig kommt es zur sogenannten Hyperphosphatämie. Orale Phosphatbinder (PB) werden neben diätetischen Maßnahmen laufend eingesetzt, um den Phosphatspiegel zu senken.

Zielsetzung:

Ziel der Bachelorarbeit ist es, Empfehlungen zur Phosphat-, Calcium- sowie Vitamin D-Zufuhr bei Erwachsenen mit CKD zu ermitteln sowie die wissenschaftliche Effizienz von unterschiedlichen PB und dazugehörigen Schulungsprogrammen aufzuzeigen.

Methodik:

Im ersten Teil der Arbeit wurde nach Zufuhrempfehlungen in nephrologischen Leitlinien anhand des formulierten PICO-Modells gesucht. Im zweiten Teil der Arbeit wurde die Literatursuche nach entsprechenden Studien in PubMed und Fachdatenbanken fortgesetzt. Nach Prüfung der Relevanz für die Fragestellungen sowie den definierten Ein- und Ausschlusskriterien erfolgte die Bewertung der methodischen Qualität der inkludierten PB-Studien mittels Jadad-Score und Worksheet des OCEBM. 

Ergebnisse:

In den Leitlinien findet sich derzeit nur eine konkrete Empfehlung für Calcium mit einem Evidenzgrad von 2B, die 800 – 1000 mg/Tag für Personen mit CKD 3-4 empfiehlt. Von 49 Studien wurden 4 randomisierte, kontrollierte Studien (RCT) und 6 Literaturarbeiten eingeschlossen. Derzeit lassen sich keine unterschiedlichen Auswirkungen auf den Serum-Phosphatspiegel zwischen calciumhaltigen und nicht-calciumhaltigen PB feststellen. Zudem gibt es nur wenig validierte Daten, die günstige Auswirkungen von PB auf die kardiovaskuläre Mortalität bestätigen. Weiters lässt sich mittels eines Schulungsprogrammes eine mäßige Evidenz für die Prävalenz einer Hyperphosphatämie feststellen. 

Schlussfolgerungen:

Je nach Abweichung des Serum-Normwertes von Phosphat, Calcium oder Vitamin D soll eine individuelle Intervention gestartet werden. Jeder PB kann effektiv in der Verringerung des Phosphatspiegels sein. Schulungsprogramme können das Erreichen einer normalen Serum-Phosphatkonzentration positiv unterstützen. Jedoch ist noch mehr randomisierte und kontrollierte Forschungsarbeit nötig, um spezifischere Empfehlungen für die Praxis abgeben zu können.

Schlüsselwörter:

Mineralhaushalt, Hyperphosphatämie, Phosphatbinder, Schulung, Evidenz