Auswirkungen einer Rumpfflexion im Vierfüßler-Stand auf die schräge Bauchmuskulatur

Bachelor-Studiengang Physiotherapie

Kathrin Tobner
01.02.2013

Abstract

Hintergrund:

In der therapeutischen Praxis ist es häufig der Fall, dass der Vierfüßler-Stand als Ausgangsstellung für Übungen, welche die Rücken- und Bauchmus-kulatur trainiert, gewählt wird. Speziell für die Rumpfflexion im Vierfüßler-Stand lie-gen bisher noch keine EMG-Studien vor.

Fragestellung:

Im Zuge dieser Arbeit wurde untersucht, ob im Verlauf von zehn aneinander gereihten Rumpfflexionen im Vierfüßler-Stand, die Muskeln OE und OI rechts und links synchron zusammen arbeiten, sowie, ob bezogen auf den Aktivie-rungszeitpunkt der einzelnen Muskeln in Relation zur Kinematik des Rumpfes, ein Zusammenhang besteht. Weiters wurden die inter- und intraindividuellen EMG-Abweichungen analysiert.

Methodik:

Die Untersuchungen fanden an zwölf asymptomatischen Teilneh-mer/n/innen, während zehn aufeinanderfolgenden Rumpfflexionen im Vierfüßler-Stand statt. Die dreidimensionale Haltungs- und Bewegungsanalyse erfolgte durch die Anbringung eines reflektierenden Markers auf dem Processus spinosus des elften Brustwirbels, mit Hilfe eines Infrarot-Hochgeschwindigkeitskamerasystems. Die Muskelaktivitäten von OE und OI, jeweils links und rechts wurden mittels eines Oberflächen-EMGs untersucht. Folglich fand eine statistische Datenanalyse statt.

Ergebnisse:

Für mean MOE%, min MOE%, sowie mean timediff 90%kin-EMGmax konnten keine signifikanten Unterschiede ermittelt werden. Gleichläufige positive Korrelationen wurden zwischen OI und OE links, als auch zwischen OI links und OE rechts, in Bezug auf deren Variabilität innerhalb der zehn Wiederholungen für die gesamte Proband/en/innengruppe gemessen. Die Ergebnisse der intraindividu-ellen Variabilitäten reichten von keiner, bis allen möglichen sechs Korrelationen, in gleichläufiger Richtung. Signifikante Korrelationen von OI links und OI rechts wur-den bei acht Proband/en/innen beobachtet.

Schlussfolgerungen:

Bezogen auf die Ergebnisse des mean MOE%, min MOE% und der mean timediff 90%kin-EMGmax aller vier gemessenen Muskeln des gesam-ten Proband/en/innenkollektivs, kann von einer synchronen Muskelarbeit gespro-chen werden. Bei Betrachtung der inter- und intraindividuellen Variabilitäten in der Muskelaktivierung sind jedoch deutliche Unterschiede erkennbar.