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Erfolgreiche Forschungskarrieren

Neue Habilitationen und Dissertationen für FH-Forscher*innen

Erfolgreiche Forschungskarrieren
Matthias Zeppelzauer, Kerstin Blumenstein, Brian Horsak und Sandra Vyssoki
Copyright: FH St. Pölten / Foto Kraus / Carola Berger

Die Fachhochschule St. Pölten unterstützt ihrer Wissenschaftler*innen in ihrer Karriere und beruflichen Entwicklung. Vor Kurzem haben 4 Forscher*innen erfolgreich wichtige Schritte erreicht: Brian Horsak und Matthias Zeppelzauer haben sich habilitiert, Kerstin Blumenstein und Sandra Vyssoki haben ihre Dissertationen abgeschlossen.

​Habilitation​​​ für Brian Horsak

Brian Horsak

Brian Horsak hat an der Universität Wien seine Habilitation erfolgreich öffentlich verteidigt. Seine Arbeit zum Thema „Advancements in biomechanical research in gait analysis and motor rehabilitation“ befasst sich mit den Inhalten des Forschungsschwerpunktes Motor Rehabilitation der FH St. Pölten, den Brian Horsak koordiniert.

Herausr​​​agende Laufbahn und Aufbau eines Forschungsschwerpunktes

Horsak begann vor 11 Jahren als junger Forscher kurz nach Abschluss seines Studiums an der FH St. Pölten zu arbeiten. In dieser Zeit hat er mit mehreren Projekten den Forschungsschwerpunkt Motor Rehabilitation aufgebaut.

Unter anderem hat er bei der Einrichtung des Center for Digital Health Innovation (CDHI) ​im Jahr 2016, der Entwicklung des Studiengangs Digital Healthcare und beim Aufbau eines Digital Health Lab maßgeblich mitgewirkt. Die aktuellste Station ist eine vom Land NÖ geförderte Stiftungsprofessur für Angewandte Biomechanik in der Rehabilitationsforschung, die auf Initiative von Brian Horsak entstand und derzeit eingerichtet wird.

„Brian Horsaks Entwicklung vom jungen Forscher über die Dissertation zur Habilitation in kürzester Zeit ist ohne Zweifel ein Best-Practice-Beispiel im österreichischen FH-Sektor. Anwendungsorientierte Forschung hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Daher fördern wir solche persönlichen und institutionellen Entwicklungen gezielt. Es freut uns, dass wir diese außerordentliche individuelle Leistung unseres Kollegen bestmöglich unterstützen konnten. Es wird dadurch auch das große Potenzial für Forschung und Innovation an Fachhochschulen mehr als deutlich“, sagt Hannes Raffaseder, Chief Research and Innovation Officer der FH St. Pölten.

Einzigartiges interd​​isziplinäres Umfeld

Die FH St. Pölten stärkt seit mehreren Jahren ihr Know-how an der Schnittstelle von Gesundheit, Rehabilitation und Digitalisierung. Dieses interdisziplinäre Forschungsumfeld ist laut Horsak und Raffaseder einzigartig für die FH St. Pölten.

„Unsere interdisziplinären Forschung an der Schnittstelle zwischen Gesundheit und Technologie nutzt unter anderem Virtual Reality oder künstlicher Intelligenz, um Probleme in der therapeutischen bzw. medizinischen Praxis zu lösen oder um dort Unterstützung zu bieten. Unser Digital Health Lab vereint all diese Kompetenzen und ist wahrscheinlich sowohl im nationalen als auch im internationalen Raum einzigartig. Diese höchst interdisziplinäre Forschung macht das enorme Potential in der Forschung an Fachhochschulen sichtbar“, sagt Horsak.​

Habilitation für Matthias Zeppelzauer

Matthias Zeppelzauer Querformat

​Matthias Zeppelzauer hat vor kurzem seine Habilitation an der Technischen Universität Wien erfolgreich öffentlich verteidigt. Seine Arbeit mit dem Titel „Retrieval of Multimodal Media Data“ beschäftigt sich mit der automatischen Extraktion von Information aus multimedialen Daten wie Bildern, Videos, Audio und Zeitreihen.

Zeppelzauer begann seine Karriere als Forscher am Institut für Softwaretechnik und interaktive Systeme an der TU Wien. 2013 wechselte er an die FH St. Pölten, wo er als Senior Researcher mittlerweile die Forschungsgruppe Media Computing am Institut für Creative\Media/Technologies leitet. Im Lauf seiner Tätigkeit an der FH St. Pölten brachte er 21 Forschungsprojekte mit einem Volumen von rund 3,5 Millionen Euro mit auf den Weg und gestaltete 56 Publikationen mit. 2017 bekam Zeppelzauer die FH-Professur verliehen.

Auszeichnungen und Preise

Für seine Tätigkeit erhielt Matthias Zeppelzauer bereits mehrere Auszeichnungen und Preise, darunter den Austrian Open Source Award, den MTD Award, 4 Anerkennungsurkunden des Landes Niederösterreichs für seine Forschungsprojekte, 7 Best Paper oder Best Poster Awards und Nominierungen sowie eine Auszeichnung des MIT Technology Review des Massachusetts Institute of Technology für ein Most Thought Provoking Paper aus dem Bereich Computer Vision.

„Matthias Zeppelzauer hat in kurzer Zeit eine beeindruckende wissenschaftliche Karriere durchlaufen – vom jungen Researcher zum Forschungsgruppenleiter mit erfolgreicher Habilitation. Auch wenn dieser Erfolg vor allem auf individuellem Engagement und der guten Teamarbeit unserer Forscher*innen beruht, so ist er doch auch ein Best-Practice-Beispiel für die institutionelle Verankerung und die Leistungsfähigkeit von Forschung und Innovation im Fachhochschulsektor“, so Raffaseder.

Visionen für depart​​​mentübergreifende Forschung

Für die Forschungsgruppe Media Computing, dessen Leitung Matthias Zeppelzauer 2020 übernommen hat, hat er eine klare Vision für die Weiterentwicklung: „Das einzigartige an der Forschungsgruppe ist, dass sie drei verwandte Forschungsgebiete, die normalerweise separat entwickelt werden, kombiniert – nämlich Human–Computer Interaction, Informationsvisualisierung und Machine Learning / AI. Mein Ziel ist, die Forschung an der Schnittstelle dieser drei Fachgebiete in Zukunft auszubauen und damit alle drei Standbeine zu stärken“, so Zeppelzauer.

In Zukunft möchte Zeppelzauer verstärkt interdisziplinär forschen und Forschungsvorhaben mit Beteiligung aller Departments der FH St. Pölten etablieren sowie Kooperationen mit Forscher*innen anderer Institutionen aufbauen – getreu seiner Vision „Building bridges across disciplines & performing innovative human-centered research on interdisciplinary topics“.

„Ein großes Anliegen ist mir zudem die Forschung zum Thema Data Analytics und AI an der Schnittstelle zur Geistes- und Sozialwissenschaft. Hier sehe ich viele wichtige ethische Fragestellungen sowie interessante Anwendungen, die zum Wohle der Gesellschaft beitragen könnten“, erklärt Zeppelzauer.

Zukunftsthemen: Forschungsg​eleitete Lehre & Frauenförderung

Großes Potential sieht Zeppelzauer auch in der verstärkten Integration der stark interdisziplinären Forschungsthemen in die Lehre.

„Besonders wichtig für die Zukunft sehe ich zudem die Frauenförderung, da Frauen in unseren technischen Disziplinen immer noch deutlich unterrepräsentiert sind. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass gemischte Forschungsteams kreativer und produktiver sind“, berichtet Zeppelzauer.

„Abschließend, möchte ich mich für die große Unterstützung im Haus in der Vergangenheit bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken und freue mich auf die zukünftigen Herausforderungen und unsere gemeinsame Arbeit!“

Dissertation für Kerstin Blumenstein

Kerstin Blumenstein

Kerstin Blumenstein, Dozentin im Department Medien & Digitale Technologien und langjährige Researcherin im IC\M/T, hat vor Kurzem ihre Dissertation an der TU Wien abgeschlossen. Ihre Arbeit befasst sich mit digitaler M​useumsgestaltung: Digitale Medien bringen frischen Wind in unsere Museen – sie bereichern Ausstellungen etwa durch digitale Erweiterungen physischer Artefakte oder Hands-on-Installationen und mach​en sie so für neue Besucher*innengruppen attraktiv und zugänglich.

Kerstin Blumenstein stärkt mit ihrer Arbeit „Interweaving Physical Artifacts with Data Visualization on Digital Media in Museums“, die Verbindung zwischen der physischen und der digitalen Welt im Museumskontext. Konkret hat sie untersucht, wie Visualisierungsmethoden bei der Verknüpfung von physischen Artefakten mit digitalen Medien in Museen eingesetzt werden können.

Abschlussarbeit, Ausstellungen und Forschungsprojekt

Blume​​nstein erarbeitete zunächst ein Gesamtbild des aktuellen Stands zur Verknüpfung von physischen Artefakten mit Datenvisualisierung auf digitalen Medien in Museen in Form eines Design Space. Dieser wurde dann auf bestehende wissenschaftliche Literatur angewendet, um Wissenslücken abzuleiten. Mittels zweier Designstudien hat Blumenstein dann vier von sechs Wissenslücken im Detail betrachtet. Abschließend stellte Blumenstein sowohl Richtlinien, die sich aus den Reflexionen zu ihrer Forschung ableiten lassen, als auch zukünftige Forschungsmöglichkeiten zur Verknüpfung von physischen Artefakten mit Datenvisualisierung auf digitalen Medien in Museen vor.

Die Dissertation war eng mit dem Forschungsprojekt MEETeUX verknüpft, das sich mit digitaler Ausstellungsgestaltung bechäftigt. Dabei konnten die beiden Designstudien im Rahmen des Projektes MEETeUX in der Jahresausstellung „Des Kaisers Neuer Heiliger“ im Stift Klosterneuburg“ realisiert werden.​

„Die abgeschlossene Dissertation von Kerstin Blumenstein ist neben der beeindruckenden persönlichen Leistung aus dreierlei Hinsicht ein schönes Beispiel für ein rundherum gelungenes Vorhaben auch aus FH-Sicht: Das Thema wurde im Rahmen eines finanzierten Forschungsprojekts bearbeitet. Weiters passt das Thema auch perfekt zu den Lehraktivitäten im Department Medien & Digitale Technologien. Darüber hinaus wurde das Vorhaben vom Personalentwicklungsinstrument der Qualifizierungsvereinbarung begleitet“, erklärt Markus Seidl, Leiter des Studiengangs Creative Computing und des Instituts für Creative\Media/Technologies.

Dissertation für Sandra Vyssoki

Sandra Vyssoki

Sandra Vyssoki, Dozentin im Bachelorstudium Gesundheits- und KrankenpflegePLUS, hat ihr Doktoratsstudium der Angewandten Medizinischen Wissenschaft an der Medizinischen Universität Wien erfolgreich abgeschlossen.

Ihr Dissertationsprojekt: „Burden of mothers and fathers of children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder“ untersuchte das Belastungsausmaß von Eltern bei der Betreuung von Kindern mit Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung, sowie darauf einflussnehmende Faktoren, wie unter anderem das individuelle Temperament oder die Qualität der elterlichen Zusammenarbeit.