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Neuer Behandlungsansatz bei Arthrose

Eine neue Weiterbildung für Physiotherapeut*innen ermöglicht Patient*innen ein besseres Leben mit Arthrose

Neuer Behandlungsansatz bei Arthrose
Martin Metz (Physiozentrum für Weiterbildung), Barbara Wondrasch (FH St. Pölten, Ewa Roos (University of Southern Denmark), Andrea Stodl (Physiozentrum für Weiterbildung)

Das Physiozentrum für Weiterbildung und die FH St. Pölten holen ein internationales renommiertes Behandlungsprogramm für Patient*innen mit Knie- und Hüftarthrose nach Österreich. Das Konzept stammt aus Dänemark und nennt sich „GLA:D® – Good Life with osteoArthritis in Denmark“. Physiotherapeut*innen erlangen in Kursen das Zertifikat für GLA:D®, können dann Patient*innen entsprechend dieser neuen Richtlinien behandeln und ermöglichen ihren Patient*innen dadurch ein besseres Leben mit Arthrose. 

Einzigartige Ausbildung nun auch in Österreich

GLA:D® wurde 2013 in Dänemark mit dem Ziel eingeführt, internationale Best-Practice-Richtlinien in der Praxis umzusetzen. In 6 Jahren haben knapp 38.000 Patient*innen mit Knie- oder Hüftarthrose das Programm absolviert. Mittlerweile wurde das Programm auf 4 weitere Länder ausgeweitet.

Im Herbst startet am Physiozentrum für Weiterbildung die Ausbildung für Physiotherapeut*innen in Österreich. Die FH St. Pölten ist als Partnerin beteiligt und steuert die wissenschaftliche Analyse der Daten, die im Zuge des Programms von Patient*innen und Physiotherapeut*innen aus Gründen der Qualitätssicherung erhoben und eingegeben werden. Diese wissenschaftliche Analyse und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse bieten nicht nur enormes Potential für klinische Folgeprojekte, sondern intensiviert auch die bereits gut etablierte Verknüpfung von Forschung und Lehre an der FH St. Pölten.

Derzeit werden die ersten Physiotherapeut*innen in Österreich von den dänischen Kolleg*innen eingeschult – coronabedingt in Online-Kursen – und erhalten so einerseits das GLA:D® Zertifikat, andererseits aber auch die Berechtigung diese Kurse selbständig zu leiten. Ab September werden diese Kurse dann am Physiozentrum für Weiterbildung in Wien und Innsbruck für Physiotherapeut*innen angeboten.

Weniger Schmerzen durch bessere Behandlung

Nach Absolvierung des GLA:D® Programm sollen Patient*innen nicht nur beschwerdefreier sein, sondern auch in der Lage sein ihre Knie- und Hüftprobleme selbstständig zu „managen“. „Den Erfolg bestätigen Langzeitresultate aus Dänemark nach 12 Monaten. Schmerz, Gehfähigkeit und Lebensqualität waren bei den Betroffenen signifikant besser und blieben auch langfristig verbessert“, sagt Martin Metz, Geschäftsführer des Physiozentrums für Weiterbildung. Einige Effekte des Programms: Schmerzreduktion, verbesserte Lebensqualität, geringer Bedarf nach Schmerzmitteln und weniger Abwesenheit am Arbeitsplatz.

Das GLA:D®-Programm bietet eine einheitliche Untersuchung und ein standardisiertes, evidenzbasiertes und praxiserprobtes Beratungs-, Instruktions- und Übungsprogramm mit individuellen Dosierungs- und Steigerungsmöglichkeiten. Das Programm wird laufend evaluiert. Damit die Qualitätskontrolle des Programms gewährleistet ist, werden Daten aller Patient*innen anonymisiert ausgewertet. Diese Auswertung der Daten erfolgt am Institut für Gesundheitswissenschaften der FH St. Pölten. Die aufbereiteten Ergebnisse werden dann an ein Gesamtforschungsprojekt an der University of Southern Denmark weitergeleitet. In Dänemark werden die Daten in einem allgemeinen Patient*innenregister eingetragen. So soll mit der Zeit ein weltweiter Datensatz entstehen, den alle Kooperationspartner*innen in allen Ländern für ihre Forschung nutzen können.

„Die Analyse ermöglicht den zertifizierten Physiotherapeut*innen die Qualität ihres Programmes zu kontrollieren und zu verbessern. Auch liefern die Daten die Basis für notwendige Berichte zum Erfolg der Weiterbildung und Behandlungen“, erklärt Barbara Wondrasch, FH-Dozentin am Department Gesundheit der FH St. Pölten.

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