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Alexa, kannst du mir helfen?

Mit Alexa wird unser Zuhause smarter. Auch im Gesundheits- und Sozialbereich hat sie Potential; welches, das zeigen fünf neue Skills

Alexa, kannst du mir helfen?
Der Siegerskill der Alexa for Wellbeing Online Challenge
Copyright: Andreas Jakl

Alexa, was kannst du? Eine kurze Recherche zeigt: sehr viel. Und diese Einsatzmöglichkeiten sind seit der Alexa for Wellbeing Online Challenge der FH St. Pölten, die im Rahmen der alljährlich stattfindenden build.well.being durchgeführt wurde, um ein paar weitere angewachsen.

Die Teilnehmer*innen der Challenge entwickelten in interdisziplinären Teams über mehrere Tage hinweg neue Skills für den vielseitigen Sprachassistenten. Im Fokus standen Anwendungsfelder im Gesundheits- und Sozialbereich. Aus insgesamt 15 Teams wurden die 5 besten Skills ermittelt und mit Amazon Echo-Preisen ausgezeichnet. 

Alexa, öffne ...

Angeleitet von erfahrenen Mentor*innen machten sich die insgesamt 40 Teilnehmer*innen der Challenge an die Entwicklung neuer Funktionen für die Amazon Alexa – und FH-Dozent Andreas Jakl, der die Online-Challenge initiiert hat, ist hochzufrieden. "Die Teilnehmer*innen haben mit viel Innovationsgeist, Kreativität und Know-how vielversprechende neue Einsatzmöglichkeiten entwickelt. Es war schön zu sehen, mit welchem Eifer die Teams zusammengearbeitet und mit welcher Professionalität sie ihre Skills gepitcht haben."

  • Die Pitch-Videos der fünf Gewinner-Teams sowie weitere Videos zur gesamten Veranstaltung und zur Challenge finden Sie hier.

Wir wollen die 5 besten Skills nun näher vorstellen.

Platz 1 | "Gedächtnistraining"

Team: David Schwarz, Michael Macher

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Demenz ist eine Erkrankung, die uns in den kommenden Jahren vermehrt und immer früher treffen wird. Das Training mit Demenzerkrankten ist nicht nur zeitaufwendig für alle Beteiligten, sondern oft auch eine psychische Belastung für pflegende Angehörige. Hier setzt der von den FH-Studierenden David Schwarz und Michael Macher konzipierte Skill für Amazon Alexa an: Er hilft smart, individuell und rund um die Uhr.

Der Skill soll Demenzpatient*innen zum Gedächtnis- und Wissenstraining animieren. Darüber hinaus erinnert er an die Einnahme von Medikamenten, an Essen und Trinken oder auch an den bevorstehenden Arzt- oder Verwandtenbesuch. Über ein Tablet, auf dem neben den Trainingsprogrammen auch Medien wie Fotoalben genutzt werden können, soll die Interaktion und Kommunikation der Betroffenen gefördert werden.

 "Mit dem Alexa-Skill „Gedächtnistraining“ wollten wir eine Möglichkeit schaffen, dass Patient*innen personalisierte Gedächtnisübungen auf Alexa durchführen können", erzählen Macher und Schwarz über ihre Zielsetzung und Motivation. "So kann nicht nur der Fortschritt der Demenzerkrankung verlangsamt werden, sondern auch Angehörigen und pflegenden Personen wird unter die Arme gegriffen, sie können für eine kurze Zeit aufatmen."

David Schwarz, Student im Studiengang Smart Engineering, und Michael Macher, Student im Studiengang Interactive Technologies, freuen sich über den ersten Platz bei der Alexa for Wellbeing Online Challenge. "Wir haben viel dazu gelernt und wertvolle Kontakte knüpfen können", so Macher. 

Platz 2 | "Easy Groceries"

Team: Florian Taurer, Julia Strebl, Victor Oliveira

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Ein Laib Brot. Käse. Und das neueste Fernsehmagazin. Wie schwierig kann Einkaufen schon sein? Die FH-Researcher Florian Taurer, Julia Strebl und Victor Oliveira haben bei dieser Frage Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Blick, für die einkaufen gehen durchaus eine Herausforderung darstellt. Gerade alleinlebende ältere Personen und Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen können ihre Häuser oft nicht so einfach verlassen, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Und die Coronakrise hat ihre Situation noch verschärft.

Das Team hinter "Easy Groceries" will diesen Menschen mit seinem Alexa-Skill einen einfach zu bedienenden Assistenten an die Hand geben, der mithilfe Künstlicher Intelligenz smarte Einkaufslisten erstellt, mit Rezeptideen zur Stelle ist, lokale Anbieter vorschlägt und Dinge des täglichen Bedarfs bequem online ordert. 

"Gerade Menschen mit eingeschränkter Mobilität und geringen Technologiekenntnissen können von diesem Skill profitieren. Sie shoppen bequem und sicher von zu Hause aus", so die Researcher des IC\M/T.  

Platz 3 | "Wunschkind"

Team: Sara Hörtenhuber, Stefan Nebel, Tobias Rabo, Benjamin Zilles

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"Alexa, öffne Wunschkind." Ein Alexa-Skill als Schwangerschaftsberater? Die vier Interactive Technologies-Studierenden Sara Hörtenhuber, Stefan Nebel, Tobias Rabo und Benjamin Zilles sind sich einig: Die Zeit der Schwangerschaft ist nicht nur aufregend, sondern überfordert auch viele werdende Eltern. "Zum Thema Schwangerschaft gibt es viel Literatur und viele verschiedene Quellen, mit denen man sich über diese spannende Zeit informieren kann. Doch gerade dies kann überfordern und man wünscht sich einfach eine Quelle für alles", erklären die Studierenden. 

Hardfacts zur eigenen Schwangerschaft und dem heranwachsenden Baby, Checklisten und Aufgaben, Empfehlungen zu rechtlichen oder gesundheitlichen Fragen sowie die Möglichkeit, tagebuchartig jeden einzelnen Tag zu dokumentieren – all das bietet der neue Skill werdenden Eltern. Ein Herzensprojekt, wie die vier Studierenden sagen.

Platz 4 | "Briefträger"

Team: Benjamin Winkler, Bianca Bichler, Corinna Karlovits, Daniela Macho, Jakob Schmidrathner, Mantas Bandonis, Patrick Bauer

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Platz 4 | Copyright: Anna Baumgartner

Die Jungen texten lieber, anstatt zu telefonieren. Dies wird dann zum Problem, wenn man diese Gruppe erreichen möchte und selbst kein Smartphone besitzt oder damit schlicht nicht umgehen kann. Gerade auf die ältere Generation trifft das häufig zu, die Kommunikation untereinander wird so schwer oder sogar unmöglich.

Der Skill der Digital Healthcare-Studierenden Benjamin Winkler, Bianca Bichler, Corinna Karlovits, Daniela Macho, Jakob Schmidrathner, Mantas Bandonis, Patrick Bauer möchte hier eine Brücke schaffen zwischen dem Kommunikationsverhalten der Jungen und dem der Älteren; ältere, womöglich pflegebedürftige Personen, die sich mitunter häufig einsam fühlen, sollen so vor der sozialen Isolation geschützt werden. Auch hier hat die aktuelle Coronankrise gezeigt, wie wichtig der Kontakt zu Mitmenschen für Wohlbefinden und Gesundheit ist.

Und so funktioniert es: Mittels Spracheingabe via Alexa können Textnachrichten schnell und unkompliziert diktiert und an Angehörige, Pfleger*innen und Bekannte geschickt werden. Ganz ohne Smartphone-Kenntnisse oder eigenes Smartphone. Die Empfänger*innen erhalten eine gewöhnliche Textnachricht und können entsprechend reagieren.

Platz 5 | "Rauchfrei leben"

Daniel Dick

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Roberta Rauch ist Pensionistin und möchte auf Anraten ihres Lungenfacharztes endlich mit dem Rauchen aufhören. Ein Rauchstopp ist für Betroffene allerdings nicht so einfach, obwohl die gesundheitlichen Risiken bekannt sind. Der Alexa-Skill "Rauchfrei leben" von Daniel Dick, Student im Master Studiengang Digital Healthcare, könnte Menschen bei eben diesem Rauchstopp-Wunsch unterstützen.

Mehrere Formen der Unterstützung können je nach Bedarf vom Anwender*innen gewählt werden: Man kann sich etwa ablenken und von Alexa eine Tätigkeit vorschlagen lassen, die die Lust am Rauchen vergessen macht. Oder man erhält Informationen über Programme und Raucherentwöhnungsangebote – hier ist auch eine direkte Anbindung an diverse Services denkbar. Alexa unterstützt aber auch mit diversen Motivationssprüchen und Zahlen rund um das aktuelle eigene Rauchverhalten und die erzielten Erfolge.

Was diesen Skill so besonders macht? Dick dazu: "Es gibt zwar bereits einige Rauchstopp-Alexa-Skills, aber dieser Skill würde sich durch die Einbindung regionaler Partner und Angebote von den übrigen Skills unterscheiden und abheben."

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FH-Prof. Jakl Andreas, MSc

FH-Prof. Andreas Jakl, MSc

FH-Dozent Department Medien und Digitale Technologien