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Inklusion an den Lernorten FH & Unternehmen

Austausch mit Expert*innen der GW St. Pölten über Maßnahmen zur Erhöhung von Inklusion & Barrierefreiheit im dualen Studiengang Smart Engineering

Austausch mit GW St. Pölten über Inklusion im Studiengang Smart Engineering
Copyright: FH St. Pölten/GW St. Pölten

Wir ermöglichen und fördern Diversität am Campus St. Pölten: Barrierefreiheit und Inklusion in allen Bereichen unserer Fachhochschule zu erhöhen, ist uns ein Anliegen.

Das im Frühjahr 2022 gestartete partizipative Projekt "Inklusion in Lehre und Forschung" will unter Mitwirkung unterschiedlichster Beteiligter Studieren, Lehren, Forschen und Arbeiten (nicht nur) für Menschen mit Behinderung verbessern. 

Und diese Bestrebungen reichen weit über den Standort der Fachhochschule hinaus und tief in einzelne Studiengänge hinein – etwa in den dualen Studiengang Smart Engineering, wo man sich zum Ziel gesetzt hat, auch abseits des Lernortes FH das Studieren inklusiv zu gestalten: im Unternehmen nämlich, wo Studierende aufgrund der dualen Ausrichtung des Studiengangs bereits während ihres Studiums arbeiten und lernen.

Duales Studium für alle ermöglichen

"Unser Ziel ist, das duale Studium in jeder Hinsicht, d. h. auch auf der Arbeitsplatzseite, möglichst inklusiv zu gestalten. Wir wollen uns ganz genau ansehen, was wir studiengangsseitig dafür tun können, damit wir für Studierende mit Behinderungen gleiche Möglichkeiten in ihren jeweiligen Unternehmen bereitstellen", erklären Studiengangsleiter Thomas Felberbauer und Astrid Ebner-Zarl, Researcherin am IC\M/T und Expertin für Gender & Diversity-Fragen in Forschung und Lehre an der FH St. Pölten.

Zu diesem Zweck haben sich Felberbauer und Ebner-Zarl mit Expert*innen der GW St. Pölten – seit vielen Jahren Ausbildungspartner im Studiengang und einer von acht Integrativen Betrieben in Österreich – vernetzt und das Unternehmen am 7. Juli 2022 besucht. 

Als Integrativer Betrieb beschäftigt die GW St. Pölten insgesamt 530 Mitarbeiter*innen, davon über 70 Prozent mit unterschiedlichen Behinderungen (körperliche Behinderungen, psychische Erkrankungen, kognitive Behinderungen) in allen Unternehmensbereichen und auf allen Hierarchieebenen. Auch in der Lehrlingsausbildung ist die GW aktiv und bildet derzeit 50 Lehrlinge (davon 40 mit einer Behinderung) aus.

So geht Inklusion am Arbeitsplatz

"Wir haben uns mit Josef Müller (Prokurist und Bereichsleiter) und Helga Fischer (Betriebssozialarbeiterin und Gender Mainstreaming Beauftragte) darüber ausgetauscht, was es in der Praxis braucht, um einen Arbeitsplatz in einem Industrieunternehmen inklusiv zu gestalten", erzählt Ebner-Zarl.

Anhand konkreter Beispiele wurde sichtbar, wie es der GW St. Pölten gelingt, wirtschaftlichen Erfolg und die Orientierung am Menschen und seinen individuellen Bedürfnissen miteinander zu vereinbaren:

Neben der Sicherstellung des Informationsflusses auch für gehörlose Mitarbeiter*innen etwa durch die Anstellung einer Gebärdensprachendolmetscherin komme es vor allem auf eine menschenorientierte Führung an. Konkret bedeutet das die Rücksichtnahme auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen, das fange an bei der Anpassung von Arbeitszeiten (z. B. an einen medizinisch notwendigen Ernährungsrhythmus), gehe über ein Arbeiten gemäß individueller Entwicklungsziele, dem Gewähren von Rückhalt in prekären gesundheitlichen Lebenssituationen (z. B. die Möglichkeit, Stunden zu reduzieren, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert) bis hin zur sensiblen Gestaltung und Begleitung von Wiedereingliederung nach Langzeitkrankenständen.

Jeder solle "seine persönlichen 100 Prozent" auch tatsächlich geben können, dafür gelte es, die Rahmenbedingungen zu schaffen.

Konkrete Ideen entwickeln

"Die geschilderten Erfahrungen und zahlreichen Best Practice Beispiele, etwa aus der betrieblichen Gesundheitsförderung, der Betriebssozialarbeit, dem betrieblichen Eingliederungsmanagement oder der Arbeitssicherheit, nehmen wir als spannende und inspirierende Inputs für unser Vorhaben mit", so Ebner-Zarl und Felberbauer über das konstruktive Gespräch. 

"Wir werden auch in den kommenden Monaten, wenn wir im nächsten Schritt konkrete Ideen für den Studiengang Smart Engineering entwickeln, in engem Austausch mit der GW St. Pölten bleiben."

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FH-Prof. Dr. Felberbauer Thomas, MSc

FH-Prof. Dr. Thomas Felberbauer, MSc

Studiengangsleiter Smart Engineering (BA) Department Medien und Digitale Technologien
Mag. (FH) Mag. Dr. Ebner-Zarl Astrid

Mag. (FH) Mag. Dr. Astrid Ebner-Zarl

Researcher
Forschungsgruppe Media Business
Institut für Creative\Media/Technologies
Department Medien und Digitale Technologien